Der Solarenergie gehört die Zukunft, denn sie ist sauber und praktisch unerschöpflich. Doch um sie wirklich effizient zu nutzen, muss man dorthin, wo sie herkommt: in den Weltraum. Ingenieure tüfteln bereits an Konzepten und Prototypen für Sonnenkraftwerke im All.
Wenn urplötzlich ein gewaltiger Energiestrahl auf einen Planeten trifft, verheißt das meist nichts Gutes. Im typischen Science-Fiction-Film ist der Himmelskörper umgehend Geschichte: explodiert, ausgelöscht, zerbröselt in Millionen kleine Trümmer. Im Fall der Erde könnte solch ein Strahl dagegen die Rettung bedeuten – die Rettung vor den Energieproblemen der Zukunft.
Möglich werden soll das durch riesige Solarzellen, die die Erde in großer Entfernung umkreisen. Hoch am Himmel, dort, wo niemals die Sonne untergeht, sammeln sie das Licht ein. Sie verwandeln es in Mikrowellen und beamen die Energie zur Erde. Dort fangen große Antennen den Strahl auf, erzeugen Strom und speisen diesen ins Netz ein. Sauber, sicher, jederzeit verfügbar. »Um in Zukunft die Energieversorgung zu garantieren, müssen wir dahin, wo die Ressourcen sind«, sagt James Logan, Manager bei der US-Raumfahrtbehörde Nasa. »Und die Ressourcen sind im Weltall.«
Lange Jahre wurde Logan für solche Sätze belächelt, wenn nicht sogar lautstark ausgelacht. Jetzt wendet sich das Blatt. Rund um den Globus arbeiten mehr als ein halbes Dutzend Firmen daran, die orbitale Sonnenenergie für die Menschheit nutzbar zu machen.