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P.M. Magazin 02/2010
Schrott-Entsorgung
Endstation Meeresboden

New York war schon immer für verrückte Ideen gut, aber diese klingt besonders kurios: Die Acht-Millionen-Stadt wirft ihre ausrangierten U-Bahn-Wagen einfach in den Atlantik.

Auch U-Bahnen werden mal alt. Und was macht man dann mit ihnen? Man könnte sie auseinanderschweißen, ihr Metall wiederverwerten. Aber wenn die Wände und Böden der Waggons Asbest enthalten? Was vierzig Jahre lang zuverlässig dem Feuer- und Schallschutz diente, wird auf einmal zum Problem. »Werfen wir die alten Dinger doch ins Wasser!« Irgendein New Yorker Stadtvater machte vor einigen Jahren diesen Vorschlag, und man kann sich den Aufschrei, der darauf folgte, gut vorstellen. Die Umwelt! Aber genau die sollte von diesem Plan profitieren.
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Heute, einige Jahre und mehr als 1200 versenkte U-Bahn-Wagen später, sind sogar Naturschützer mit dem scheinbar verrückten Plan einverstanden. Der sieht so aus: Jeder ausrangierte Waggon wird von Rädern, Fenstern, Türen und Schmierstoffen befreit, bis nur noch die 9000 Kilogramm schwere Außenhülle übrig ist. Der Asbest bleibt drin, er kann aber im Wasser keinen Schaden anrichten, haben Untersuchungen ergeben. Mit Lastkähnen werden diese stählernen Skelette vor die Küste von Dela-ware, New Jersey, Virginia oder einem anderen östlichen US-Staat gebracht und dort über Bord geworfen. Innerhalb weniger Sekunden versinken sie im Wasser des Atlantiks. Und dann beginnt ihr zweites Leben.

Autor(in): Martin Tzschaschel

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