Das Ende Napoleons Der mysteriöse Tod des großen Eroberers
Schon die Ärzte, die Bonapartes Leichnam 1821 obduzierten, waren sich uneins: War Magenkrebs oder ein Leberleiden, verursacht durch die unhygienischen Verhältnisse im Exil, die Todesursache? Später kam gar der Verdacht auf, der Franzose sei vergiftet worden. Was ist dran an diesen Vermutungen?
Longwood House, Sankt Helena, 5. Mai 1821. Der Kranke bietet ein Bild des Jammers. Die ganze Nacht über wurde er von Schluckauf, Erbrechen und Durchfällen geschüttelt. Ein Abführmittel hatte die Lage noch verschlimmert. Die Bettwäsche zu wechseln, hat schon längst keinen Sinn mehr. Und so liegt er in seinem eigenen Schweiß, Kot und Erbrochenem. Um 17.49 Uhr stirbt er: Napoleon Bonaparte, 51 Jahre alt, ehemaliger Kaiser von Frankreich, geboren am 15. August 1769.
Mit Napoleons Herz schien einen Augenblick lang auch die Welt stillzustehen. Ein Gigant war gestorben, so viel stand fest – doch eine Frage beschäftigt bis heute die Gemüter: War das ungesunde Klima auf der britischen Verbannungsinsel St. Helena schuld daran? Wurde Napoleon vernachlässigt? War er den Briten auf dieser einsamen Insel im Südatlantik nicht wehrlos ausgeliefert? Wurde er deshalb vergiftet? Wie war er da überhaupt hingekommen?