Mit Schwert und Kruzifix Der Krieg des Andreas Hofer
Der Tiroler Aufstand gegen die Franzosen und Bayern ist bis heute als Freiheitskampf im Gedächtnis. Doch die Motive des Anführers Andreas Hofer waren eher rückwärtsgewandt.
Unaufhaltsam strömen die Kämpfer zu Tal. Dort sind die fremden Soldaten aus mehreren Nationen verschanzt. Die Krieger aus den Bergen sehen sich als Freiheitskämpfer, die gegen einen verhassten Unterdrücker in die Schlacht ziehen; die Länder, aus denen die Feinde stammen, betrachten sie als gottlose Orte voller Unzucht und Verderbtheit. Sie werden diese Ungläubigen aus dem Land jagen – oder sie vernichten; sie werden ihre Heimat befreien und wieder die alten Werte einführen und Schluss machen mit den modernen Ideen, und sie werden die Furcht vor Gott dem Herrn wieder in alle hineinprügeln, die sich mit den Besatzern gemein gemacht haben ...
Wir befinden uns in Afghanistan im Jahr 2009 – halt, nein. Tatsächlich befinden wir uns in Tirol im Jahr 1809. Es ist der 29. Mai. Innsbruck wird zum zweiten Mal Schauplatz einer Schlacht zwischen den bayerisch-französischen Truppen Napoleons und den Tiroler Aufständischen. Deren Schützenkompanien, alles Bauern und einfache Männer, nur marginal verstärkt durch ein Infanteriekontingent des österreichischen Heeres, stehen unter dem Befehl von vier Männern. Einer von ihnen wird zur Ikone des Widerstands gegen Napoleon werden: Andreas Hofer, der Sandwirt von St. Leonhard im Passeiertal. Es ist ein großes Missverständnis der Geschichte.