Die alten Konventionen wegfegen, Platz für neue Ideen schaffen: Die Dichter und Denker des »Sturm und Drang« wollten die Welt umgestalten und eine bessere Zukunft herbeischreiben.
Jetzt ist Schluss mit passiv!«, da sind sich die jungen Leute einig. »Wir müssen uns wehren, damit sich was verändert.« Es sind mehrere hundert. Sie diskutieren mit kämpferischen Losungen und erhitzten Gemütern, sitzen in Grüppchen auf den engen Klappbänken oder auf dem Boden, basteln Protestbanner, trinken Bier. Die Luft wird immer dicker im besetzten Audimax der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).
Deutschland im Herbst 2009: Die Unzufriedenheit mit Studiengebühren und der Umstellung des akademischen Systems auf Bachelor- und Master-Abschlüsse hat so viele Studenten mobilisiert wie schon lange nicht mehr. Zu groß der Druck, zu starr die Stundenpläne. Ob Protestieren allein hilft? Auf manchem Banner steht die Parole »Uni brennt«. Bloße Provokation. Doch die weckt Assoziationen. Nicht nur in Frankreich, auch in deutschen Großstädten brennen immer mehr Autos, vor allem Luxuskarossen. Allein in Berlin – seit gezählt wird – über 440. Aus der linken Autonomenszene sollen die meisten Brandstifter kommen, mutmaßt der Verfassungsschutz. Aber was ist eigentlich los? Regt sich etwa ein neuer rebellischer Geist in unserer Gesellschaft?