Die Bundeslade ist der mächtigste Kultgegenstand, von dem die Bibel zu berichten weiß. Doch dann verschwand der kostbare Schrein der Israeliten urplötzlich aus der Geschichte. Eine Spurensuche.
Die Suche von Tudor Parfitt endet in einem schmuddeligen Lagerhaus. Fast zwanzig Jahre lang war der Londoner Professor rastlos auf der Suche, hat Ruinen durchmessen, verbotene Berge bestiegen, Giftschlangen Papua-Neuguineas und trinkfreudige Stammesführer in Afrikas Steppe bezwungen.
Als ihn ein Tipp im Frühjahr 2007 in das Lagerhaus des »Museum of Human Sciences« in Simbabwes Hauptstadt Harare führt, liegt kaum ein Gefühl von Abenteuer in der Luft. Parfitt muss niesen – vom vielen Staub.
Hinter einer Tür stapeln sich in einfachen Metallregalen afrikanische Artefakte: hölzerne Wurfspeere, geschnitzte Sessel und jahrhundertealte Trommeln. Im untersten Fach eines Regals entdeckt Parfitt dann ein angekokeltes Stück Holz. Und das reicht, um den Wissenschaftler in helle Aufregung zu versetzen. Eilig trägt er das Stück ans Licht – und erkennt abgebrochene Trageringe und eine geschnitzte Verzierung, verschlungen wie ein Zopf. Da erschaudert Parfitt. Der Brite ist am Ziel. Er hat es gefunden, das mächtigste Artefakt, von dem in der Bibel berichtet wird: der kostbare Schrein der Bundeslade. Oder zumindest etwas Ähnliches.