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P.M. HISTORY 09/2009
Michael Bully Herbig im Interview
Wickie als »Realfilm«

Michael Bully Herbig bringt am 9. September seine Version des Zeichentrick-Klassikers »Wickie und die starken Männer« in die Kinos. Mit P.M. HISTORY sprach der Regisseur und Komiker über Wikinger, Kindheitsträume und den Spaß am Filmemachen.

P.M. HISTORY: Wir zwei sind ungefähr im gleichen Alter. Ich war ein riesen Wickie-Fan, eines meiner ersten Faschingsbilder habe ich Ihnen heute lieber nicht mitgebracht. Ich im Wickie-Kostüm – leider viel zu früh für Ihr Filmcasting.
Michael Bully Herbig: Ich hätte alles dafür gegeben, früher so ein Kostüm zu haben. Ich war immer ein Faschingsmuffel. Aber mit einem Wickie-Kostüm wäre ich auch heute noch auf dem Fasching.

Wie war das denn mit Ihnen und den Abenteuern aus Flake? War das damals in den 70ern Liebe auf den ersten Blick?
Zum einen muss man mal reflektieren, dass es damals noch nicht so viel Programm gab. »Wickie und die starken Männer« war wirklich die erste eigenproduzierte Zeichentrickserie im Deutschen Fernsehen. Es gab wenig Auswahl, bis nachmittags 16 Uhr gab es nur Testbild. Es gab kein Video, kein DVD, es gab halt Flipper, Lassie und Western von Gestern. Dann kam eben diese Serie, die so wahnsinnig bunt war. Eine Zeichentrickserie übt ja auf Kinder sowieso eine besondere Faszination aus. Und dann auch noch gepaart mit einer Figur, mit der sich jeder identifizieren konnte. Weil die Mädchen dachten, es ist ein Mädchen, und die Jungs wussten, natürlich ist es ein Junge.
Und die Storys waren zum einen Teil lehrreich und zum anderen Teil lustig und spannend. Und wenn man am Donnerstag um 17.10 Uhr zu spät kam, war man eine Woche lang der Loser, weil man nicht mitreden konnte. Ich wurde mal zu spät von meiner Mutter vom Kindergarten abgeholt, kam nach Hause und machte den Fernseher an – da lief nur noch der Abspann! Meine Fresse, hat das wehgetan.

Gab es denn eine Lieblingsfigur?

Autor(in): Interview: Sascha Priester

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Ausgabe 04/2010