Roboter in Fabriken und Weltraum sind akzeptiert – aber Tisch und Bett mit ihnen teilen? Warum denn nicht, sagt ein Technikphilosoph. Robo-Liebe und Robo-Sex: der ultimative Kick oder ein Albtraum?
Die Laken sind zerwühlt, in der Luft flirrt Leidenschaft. Eine gewöhnliche Liebesnacht? Sie seufzt, von ihm kommt Motorschnarren: Der Liebhaber ist eine Maschine mit einem Innenleben aus Metall und Elektronik, programmiert, seine menschliche Partnerin mechanisch zur Ekstase zu bringen.
Das unmoralische Hightech-Angebot findet sich im Internet auf der Seite first-androids.de: Figuren aus Silikon für sie und ihn, mit »spürbarem Puls an Händen und der Halsschlagader«, »beweglichen Kiefermuskeln«, »Klitoris nach Kundenwunsch«, »Ersatzjungfernhäutchen« oder »Blowjob-System, stufenlos regelbar«. Die Bestellliste von First Androids im bayerischen Neumarkt erfüllt jede erdenkliche sexuelle Begehrlichkeit.
Ihr Erschaffer nennt sich CREATOR. Seine allgemeinen Geschäftsbedingungen weisen ihn aus als »Künstler, der den künstlichen Menschen schaffen will«. So illuster der Schöpfer, so unauffällig normal seine Kunden: »Es sind Arbeiter oder Professoren, Polizisten, Priester oder Computerfreaks, die sich teilweise das letzte Hemd absparen, um eine meiner Kreationen kaufen zu können.« Der Torso allein kostet 2600 Euro, die weibliche ANDY mit Grundausstattung 5300 Euro, und der männliche NAX schlägt mit über 7000 Euro zu Buche.
Sex mit Puppen und Maschinen zu haben und dafür auch noch so viel auszugeben, mögen viele verrückt finden. In einigen Jahrzehnten aber könnte Intimität zwischen Menschen und Robotern völlig normal sein, prophezeit der britische Wissenschaftler David Levy.