Jetzt kann jeder helfen – im Kampf gegen Krebs, bei der Suche nach Außerirdischen und bei der Berechnung von Klimamodellen. Denn durch die Vernetzung vieler kleiner Computer entsteht gewaltige Rechenkraft – und bisher Unlösbares wird lösbar.
W ie wollen Sie in die Geschichte eingehen? Indem Sie helfen, Aids oder Krebs zu heilen? Oder als erster Mensch, der Signale von Außerirdischen empfängt? Egal, für was Sie sich entscheiden, schalten Sie einfach Ihren Computer ein, und warten Sie ab. Der Rechner erledigt die Arbeit allein! Die Idee nennt sich »verteiltes Rechnen«. Viele PCs arbeiten zusammen an einem Problem – nach dem Motto: Wenn ein Maurer 100 Tage braucht, um ein Haus zu bauen, dann schaffen es 100 Maurer an einem Tag. Nach diesem Prinzip wird eine große Datenmenge in kleine Pakete aufgeteilt, die von normalen Rechnern zu verdauen sind.
Das entsprechende Programm – Client genannt – muss man nur auf seinen
internetfähigen PC herunterladen. Der Rest läuft weitgehend automatisch ab: Während man am PC tippt oder durchs Web braust, nutzt der installierte Client die nicht benötigten Ressourcen des Computers, um an einem vorgegebenen Problem zu arbeiten. Von dem Programm selbst merkt man nichts: Es läuft verborgen im Hintergrund. Lediglich beim Blick in die Taskleiste wird man erinnert, dass der PC gerade das kosmische Rauschen nach intelligenten Signalen durchforstet oder nach einem Krebsmittel sucht. Und dann hat man das Gefühl, an etwas Großem teilzunehmen – mit denkbar kleinem Einsatz.