Wer trödelt, bekommt Ärger: Neue Überwachungsprogramme erfassen in Unternehmen jeden Mausklick der Angestellten. Doch die schnüffelnden Chefs stoßen an die Grenzen des Gesetzes.
Eine alltägliche Szene im Büro: Ein Kollege hat eine E-Mail herumgeschickt, in der er ein witziges neues Internet-Video anpreist. Schnell wird der mitgeschickte Link zum Videoportal angeklickt, und kurz darauf flimmert der Film über den Bildschirm des Büro-Rechners. Im Nu sind 20 Minuten fürs Webkino zwischendurch draufgegangen. Doch wer glaubt, dass derartige Ausflüge aus dem Arbeitsalltag nicht auffallen, der täuscht sich: Immer mehr Chefs sehen oder lesen mit.
Möglich macht dies eine Welle neuer Software, die jede Datenbewegung auf einem Arbeitsplatzrechner protokollieren kann: welche Webseiten ein Mitarbeiter besucht, was er in E-Mails oder Chat-Fenster eintippt, die Programme und Dateien, die er aufruft.
Die Überwachungsprogramme nutzen die Tatsache, dass jeder Arbeitsschritt am Computer eine Datenbewegung im Betriebssystem nach sich zieht. Die Software sortiert diese Daten und legt sie in Listen ab. Auf bestimmte Schlüsselbegriffe hin, etwa »ebay«, geht automatisch eine E-Mail an den Personalchef. Ein Mitarbeiter, dessen Tätigkeit nichts mit Internetauktionen zu tun hat, fällt also sofort auf, wenn er die Webadresse »ebay.de« in seinen Browser schreibt.