Wer etwas wissen will, »googelt«. Die Suchmaschine ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Von »Google Suche« über »Google Mail« bis »Google Earth«: Der Webdienst weiß alles, sieht alles und ist überall. Wie viel Macht hat Google über uns?
Google weiß, was ich gestern getan habe: meine Aktienkurse abgerufen, mir ein Buch bei Amazon gekauft, Wohnungsangebote angeschaut, E-Mails an Freunde geschrieben, ein paar YouTube-Videos geguckt, einen Arzt in meiner Nähe gesucht. Und über Google recherchiert.
Die Suchmaschine kennt unsere geheimsten Gedanken. Sie durchforstet unsere E-Mails. Sie durchstöbert unsere Computer, speichert unsere Bilder und führt unseren Terminkalender. Per Satellit späht sie in unseren Garten. Und die Welt ist Google längst nicht mehr genug: »Google Sky« kann sogar den Kosmos durchsuchen.
Google weiß alles. Google sieht alles. Google ist überall. Demnächst wird die Suchmaschine auch nach unseren Handys greifen. In Amerika fahren Kamerawagen durch die Städte, um Straßenszenen für den Stadtplandienst »Google Maps« zu fotografieren. Und jeden Tag holen riesige Lkws Bücher aus Bibliotheken ab, um sie an geheimen Orten einzuscannen. Bis 2015 will Google 15 Millionen Bände digitalisieren und seinem Suchindex einverleiben – Google, die neue Bibliothek von Alexandria.
Allwissend, allmächtig, allgegenwärtig: Still und leise schlingt der Datenkrake seine Arme um die ganze Welt. Und keiner kann sagen, er hätte nichts gewusst: »Das Ziel von Google besteht darin, die Informationen der Welt zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen«, so sagt das Unternehmen selbst.
Die Ersten warnen bereits vor Googles schier unheimlicher Macht. Die Suchmaschine habe sich zur »größten und mächtigsten Detektivagentur der Welt« entwickelt, konstatiert etwa eine jüngst veröffentlichte Studie der Technischen Universität Graz.