Weltweit kämpfen Tierschützer dafür, dass Menschenaffen juristisch den Personenstatus zugesprochen bekommen. Wie groß sind die Chancen?
Wenn Rosi und Hiasl, Österreichs bekannteste Schimpansen, friedlich nebeneinander sitzen und spielen, würde man am liebsten mitmachen und die beiden knuddeln. Doch sie können auch anders. Von einer Sekunde auf die andere kann sich Hiasl in ein echtes »Wildtier« verwandeln. Plötzlich springt er mit voller Wucht gegen die Glasfassade des Wiener Tierschutzhauses und turnt mit lautem Gebrüll an ihr herum. Manchem Besucher fällt bei der kurzen Showeinlage fast die Kamera aus der Hand.
Nach wenigen Sekunden ist der Spuk vorbei, und Hiasl hockt wieder lieb auf einem Ast – stolz, dass er demonstrieren konnte, wer hier der Herr im Haus ist. »Dieses Verhalten ist ganz normal«, erklärt Martin Balluch, Obmann des Vereins gegen Tierfabriken (VGT), der die beiden Schimpansen schon seit fast zehn Jahren kennt. »Schlimmer wäre es, wenn er alles teilnahmslos an sich vorübergehen lassen würde, dann müssten wir uns Sorgen um ihn machen.«
Rosi und Hiasl haben mittlerweile Berühmtheit erlangt. Seit Tierschützer und Juristen vor Gericht gezogen sind, um für sie die Zuerkennung von Persönlichkeitsrechten zu erstreiten, sind sie zum Symbol einer neuen internationalen Bewegung geworden: Weltweit kämpfen Aktivisten darum, Menschenaffen als Personen im juristischen Sinne anzuerkennen. Wenn sie Erfolg haben, werden sich Affen wie Hiasl und Rosi künftig gegen lästige Gaffer zur Wehr setzen können.