Sie ist nicht nur von einzigartiger Schönheit, sie hat auch einen eisernen Willen. „Die Göttliche“ widersetzt sich konsequent dem Starrummel Hollywoods. Sie hasst Partys, ihre Amouren lebt sie im Verborgenen, mit Männern und Frauen. Und dann steigt sie einfach aus – um mitten in Manhattan als Einsiedlerin zu leben.
1 Ein verträumtes Mädchen
„Ich kann mich nicht erinnern, einmal jung gewesen zu sein, wirklich jung, wie andere Kinder“ – so kommentiert die Garbo in einem ihrer seltenen Hollywood-Interviews einmal ihre Kindheit. Sie wächst in ärmlichen Verhältnissen im Stockholmer Arbeiterviertel Södermalm auf, wo sie am 18. September 1905 als Greta Lovisa Gustafsson geboren wird – das jüngste von drei Kindern. Ihr Vater arbeitet für die städtische Straßenreinigung, die Familie bewohnt eine zugige Dreizimmerwohnung. Man schläft zu fünft in einem Raum, die Toilette liegt am anderen Ende des Hofes. Kaum erstaunlich, dass sich Greta aus diesen Verhältnissen wegträumt und mit ihren Geschwistern am liebsten Theater spielt. Ihre Kindheit ist glücklich, aber kurz. Mit 14 Jahren geht sie von der Schule ab, im gleichen Jahr erkrankt ihr Vater schwer an einem Nierenleiden. Greta pflegt ihn monatelang, bis er an einer schweren Grippe stirbt. Zwei Wochen später wird sie in ihrem weißen Konfirmationskleid fotografiert.