Im Alten Testament besucht sie Israels König Salomon – und stellt seine Weisheit auf die Probe. Legenden machen aus dem Treffen eine Affäre voller Erotik. Was ist dran an der geheimnisvollen Frau, die Männern seit 3000 Jahren den Kopf verdreht?
Die Königin von Saba ist eine der bekanntesten Frauen des Altertums. Es gibt Filme über sie und eine Oper, und wohl jeder hat schon von dieser geheimnisvollen Schönheit gehört. Doch versucht man der historischen Figur näherzukommen, gerät man in einen Wirrwarr von Informationen, und bald stellt sich die Frage: Hat diese Frau denn überhaupt gelebt? Das Durcheinander fängt schon mit ihrem Namen an. Entweder heißt sie Königin von Saba, aber auch Bilqîs oder Makeda, wie andere Überlieferungen sie nennen. Ebenso unklar ist ihre Stellung. Die Quellen bieten ein weites Spektrum an Möglichkeiten: Magierin, Priesterin, Karawanenführerin oder Stammesfürstin; vielleicht aber auch Herrscherin eines mächtigen und reichen Landes oder Abgesandte eines einfluss-reichen Monarchen, ausgestattet mit königlichen Privilegien; möglicherweise Regentin für ihren unmündigen Sohn oder einen anderen Verwandten.
Sie liebt und mordet, sie geistert durch das Alte Testament und den Koran, durch das »Kebra Negest« (= Ruhm der Könige, ein Bericht über die Herkunft der äthiopischen Kaiser) sowie durch arabische und persische Chroniken. Als Herrscherin von Saba – so das 3. Buch der Könige im Alten Testament – besuchte sie um 950 v. Chr. den israelitischen König Salomon. »Mit zahlreichem Gefolge kam sie nach Jerusalem. Ihre Kamele waren schwer beladen mit duftenden Ölen, Gold und Edelsteinen.« 120 Zentner Gold sollen es gewesen sein. Die Fantasie der Autoren kannte keine Grenzen.