Die kühnsten Hightech-Träume drehen sich um Quantencomputer, Kernfusion und Nanoroboter: Das Trio hat den Rang eines Heiligen Grals unseres technischen Zeitalters. Wenn die Forscher ihn finden, wird sich unser Leben radikal verändern.
lbrecht Berblinger war besessen von seiner Idee: Er wollte »durch die Luft gleiten wie ein Vogel«. Tag und Nacht tüftelte der Ulmer Schneidermeister an einer flügelähnlichen Apparatur, steckte fast sein gesamtes Vermögen in ihren Bau – und verlor alles: Als er den Hängegleiter im Mai 1811 erstmals öffentlich vorführte, plumpste er vor der versammelten Ulmer Bürgerschaft wie ein Stein in die Donau. Zum Spinner abgestempelt, wurde der glücklose Schneider daraufhin von den meisten seiner Kunden gemieden und verarmte. Auch Otto Lilienthal musste seine Passion fürs Fliegen teuer bezahlen: Nach mehreren erfolgreichen Segelflugversuchen, die den Berliner Ingenieur weltberühmt machten, verunglückte er 1896 bei einem Absturz seines »Normalsegelapparats« tödlich. Gleichwohl hat sich der Einsatz von Berblinger und Lilienthal gelohnt: Dank der hochfliegenden Träume solcher Pioniere sind Flugzeuge inzwischen Alltag für uns.
Heutige Technik-Visionen sehen anders aus. Da simulieren superschnelle Computer das Schicksal des gesamten Universums, da gibt es saubere Energie im Überfluss, da besiegen maßgefertigte Miniroboter in unserem Körper Krankheiten. Aber die Macht kühner Forscherideen ist nach wie vor ungebrochen – Karlheinz Steinmüller, Direktor des Zukunftsforschungsinstituts »Z-Punkt«, nennt das »die Leitbildfunktion von Visionen«.
Quantencomputer, Kernfusion, Nanomaschinen – sie sind die drei großen High-tech-Träume unserer Zeit. Die Jagd nach diesen Zukunftstechnologien gleicht der Suche nach dem Heiligen Gral. Allen gemeinsam ist: Kein Mensch kann heute sagen, ob sie jemals Anwendungsreife erlangen. Wenn der Durchbruch aber gelingt, werden sie die Welt und unser Leben radikal verändern.