Immer genauer erforschen Wissenschaftler die erstaunlichen Lauf-Fähigkeiten des Menschen – um sie Robotern beizubringen. Das ehrgeizige Ziel: 2050 sollen die Kunstwesen erstmals die Fußball-Weltmeisterschaft gewinnen.
So also sieht ein Weltmeister aus: ein klappriges Beingestell ohne Oberkörper, Kopf oder Arme; Ober- und Unterschenkel aus gelochtem Leichtmetall; an Knien und Hüfte kleine Steuereinheiten. Unten, fest verschraubt, zwei Füße: gelbe Bleche, die die Umrisse menschlicher Füße nachahmen. Das ist »RunBot«: der schnellste Laufroboter der Welt.
Mit Finesse programmiert von Florentin Wörgötter (Universität Göttingen), Tao Geng (Universität Stirling) und Bernd Porr (Universität Glasgow), ahmt der 27 Zentimeter große Zwerg den menschlichen Gang nach. Stellt man ihn auf den Boden, legt er in seinem kreisrunden Laufstall sofort los. Ein Sensor meldet Bodenkontakt, akkurat schwingt das Spielbein mit gebeugtem Knie nach vorn; setzt der Fuß auf dem Boden auf, zieht RunBot reflexartig das andere Bein nach – er geht.
Wenn man einen Schalter an seiner Steuerung umlegt, kommt richtig Leben in das mechanische Geschöpf: Die Schritte werden kürzer, der Takt dafür schneller. Selbstständig lernt RunBot, Schrittlänge, Taktfrequenz sowie Knie- und Hüftwinkel an das Tempo anzupassen. Leicht quietschend saust er in klackendem Rhythmus um die Kurve. 3,5 Schritte schafft RunBot pro Sekunde: Roboter-Weltrekord. Die schnellsten Maschinen-Kollegen wie etwa der »Spring Flamingo« vom »Leg Lab« des Massachusetts Institute of Technology (MIT) bringt es nur auf 1,5 Schritte in der Sekunde.