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Zum Heiraten in den Osten?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Reiche Westler touren durch ukrainische Kleinstädte auf der Jagd nach heiratswilligen Mädchen.

Jack Bragg ist ein gerissener Kerl. Der bullige Texaner hat eine geniale Marktlücke entdeckt – genial, wenn man sich nicht um moralische Bedenken schert. Bragg organisiert Kupplertouren in die Ukraine für reiche Westler, die sich dort mit einer hübschen jungen Ehefrau versorgen wollen. Er kutschiert die zahlungskräftigen Kunden per Reisebus durch bis zu zehn Städte.

Die Hauptstadt Kiew allerdings ist nicht im Programm. Zitat Bragg: »In Kiew sind die Frauen schon verdorben.« An jedem Stopp organisiert er Partys, zu denen – natürlich – nur Ukrainerinnen Zutritt haben, die sich hier die Begegnung mit ihrem Traumprinzen erhoffen. Die Frauen sind zumeist unter 30, die Männer um die 60.

Die Feste sind so choreografiert, dass alle Klienten möglichst umfassend auf Brautschau gehen können: Alle fünfzehn Minuten wechseln die Herren die Tische und versuchen Small Talk mit den jungen Frauen, an deren Blusen Namensschilder kleben. Die Nachfrage ist enorm; dreimal im Jahr bringt Bragg Kunden aus dem Westen in den Osten. Das kostet etwa 3000 Dollar, ohne Flüge, Essen und Hotels. Die gute Nachricht zum Schluss: Deutsche Heiratsvermittler bieten solche Reisen nicht an. Der Berufsverband hält sie für »zu unseriös«.

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