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Interview

Zum Film "Das Leben der Anderen"

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Kein Spitzelsystem der Welt war so umfassend wie das der DDR: Mehr als eine Viertelmillion Mitarbeiter horchten im Auftrag der »Staatssicherheit« ihre Mitbürger aus. Für seinen preisgekrönten Kinofilm hat Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck ausgerechnet einen Stasi-Offizier als guten Helden gewählt. HISTORY wollte wissen, warum.

HISTORY: Wie kommt eigentlich ein junger Filmemacher aus dem »Westen« wie Sie dazu, seinen ersten großen Spielfilm ausgerechnet über die Stasi zu machen? Haben Sie dazu irgendeinen Bezug in Ihrem Leben?

Donnersmarck: Es gibt schon ein Schlüsselerlebnis aus meiner Kindheit: Mein Vater war und ist immer noch sehr aktiv beim katholischen Malteser-Orden. Die Malteser aber hatten in der DDR ein Altersheim, um das er sich auch kümmern musste. Dabei arbeitete er mit dem damaligen Bischof von Berlin zusammen, Joachim Meißner – heute Kardinal in Köln. Jedesmal, wenn die beiden sich zu einer Besprechung trafen, machte der Bischof laute Rockmusik an – damit die Stasi-Abhörgeräte nichts von der Unterredung mitbekamen. Das war schon sehr nah und hat mich als Kind unheimlich beeindruckt: Ein Bischof hört Rockmusik, die ihm wahrscheinlich gar nicht gefällt, um den Geheimdienst zu überlisten ...

HISTORY: Ihre Hauptfigur ist ein Stasi-Offizier, der den Leuten, die er beobachten und beschuldigen soll, tatsächlich hilft. Steckt dahinter eine »wahre Geschichte«?
Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 3.5 (2 Bewertungen)
Autor/in: Stefan Primbs


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