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Wissen zum Mitreden

Zu hoch gezüchtet

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Die großen Königsfamilien haben jahrhundertelang nur untereinander geheiratet, um ihr Blut rein zu halten – und manche von ihnen haben sich damit in den Ruin getrieben.

Genetiker haben erstmals den Stammbaum der spanischen Habsburger, die im 16. und 17. Jahrhundert ein Weltreich regierten, unter die Lupe genommen und deutliche Symp­tome von Inzucht erkannt. Die Porträts der Hofmaler zeigen, wie es über 16 Generationen bergab ging mit den Habsburgern: Ihr Unterkiefer wuchs zu Übergröße, das charakteristische »Habsburgergesicht« mit vorstehendem Kinn und wulstiger Unterlippe entstand.

Ihr letzter Stammhalter Karl II., genannt »El Hechizado« (Der Verhexte), war klein, geistig und körperlich schwach, litt an brüchigen Knochen, Verdauungsproblemen und vorzeitigem Samenerguss. Jetzt haben die Forscher bei ihm erbliche Störungen des Hormon- und des Säure-Base-Haushalts diagnostiziert. Er starb trotz zweier Ehen im Jahr 1700 kinderlos.

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