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Philip Morris
Zigarettenindustrie verkauft jahrzehntelang defekte Filter
Die Zigarettenfirma Philip Morris hat wissentlich 40 Jahre lang Zigaretten mit defekten Filtern verkauft.
Durch einen Fehler an der Maschine, die pro Sekunde 250 Zigaretten produziert, bildet sich gesundheitlich bedenklicher Kohlekörnchen-Staub.
Der Filterfehler wurde von Autoren des Roswell Park Cancer Institute in Buffalo, New York, aufgedeckt. Sie durchforsteten Industriepapiere, Forschungs- und Medizindatenbanken, US-Patente und Gerichtsdokumente. Ihre Forschung konzentrierte sich auf 61 Dokumente des weltgrößten Zigarettenproduzenten. In allen Dokumenten fand sich den Terminus "Fall-out", ein vom Unternehmen geprägter Ausdruck zur Beschreibung von plastikartigen Zellulose-Acetat-Fasern und Kohlekörnchen-Staub. Beide gesundheitlich bedenklichen Produkte bilden sich während des Rauchens an der Schnittstelle des Filters. Die Autoren vermuten, dass der Defekt aller Wahrscheinlichkeit nach während des Hochgeschwindigkeits-Herstellungsprozesses entsteht - pro Sekunde werden 250 Zigaretten produziert.
Eine Sammlung von Aktennotizen seit dem Beginn der 80-er Jahre zeigt detailliert Testergebnisse, um das Ausmaß des Fall-outs festzustellen. Einzig im Jahr 1985 schrieb Philip Morris im Rahmen eines Routinetests das Protokoll "Revised protocols for filter firbre fall-out and carbon particle fall-out". Aber es fanden sich auch derartige Ergebnisse zurückdatiert bis 1970 und in der Fortsetzung bis 1999. Die Autoren entdeckten Vergleichstests zwischen 130 verschiedenen Zigarettenarten, darunter auch sehr bekannte Marken wie Marlboro, Winston und Benson & Hedges, in denen Filter-Fehler vorkamen. Die Größe der Kohlepartikel reichte von fünf bis 120 Mikrometer.
Der Filter-Defekt, so die Autoren, ist allbekannt und weitverbreitet. Er ist auch nicht auf eine spezielle Marke oder Zigarettensorte beschränkt. Weltweit sind 90 Prozent der verkauften Zigaretten Filterzigaretten.
- Scheppachs Kosmos























