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Turniere

Wo Lanzen brechen und Knochen splittern

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Ob Hochzeiten, Jubiläen oder Krönungen – wann immer es im Mittelalter etwas zu feiern gab, traten die adligen Recken auch zum Kräftemessen an. Sie stritten um Ruhm, Ehre und manchmal auch um die Liebe einer schönen Frau. Und sie trainierten für die Schlachten kommender Kriege.

Die düsteren Vorzeichen hatten sich bedenklich gehäuft. Eindringlich hatte man Heinrich II. (1547– 1559), König von Frankreich, davor gewarnt, an Zweikämpfen und Turnieren teilzunehmen. Nicht nur seine Frau und zahlreiche höfische Ratgeber, sondern allen voran auch der Seher Nostradamus hatten aufgrund unheilvoller Vorahnungen versucht, Heinrich von allzu waghalsigen Aktivitäten abzuhalten. »Der junge Löwe wird den alten besiegen«, hatte Nostradamus prophezeit und vorhergesagt, dass man dem König »im goldenen Käfig« die Augen ausstechen werde.

Doch Heinrich ließ sich durch die Warnungen seiner Umgebung nicht aus der Ruhe bringen, denn er liebte die lebensgefährlichen Turnierkämpfe über alles. Außerdem hatte er im Sommer 1559 allen Grund zum Feiern: Kürzlich erst war es ihm gelungen, seine Tochter Elisabeth mit Philipp II. von Spanien (1556–1598) zu verheiraten. Für seine Schwester Maria hatte er ebenfalls eine Hochzeit arrangieren können. Ihre Verbindung mit dem Haus Habsburg sollte eine jahrezehntelange Feindschaft begraben.

Frankreichs König Heinrich II. starb bei einem Turnier
Der politische Triumph musste selbstverständlich gebührend gefeiert werden. Man arrangierte ein rauschendes Fest, zu dessen Höhepunkt ein dreitägiger Turnierkampf zählte, bei dem der König selbst zu den Waffen griff.
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