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Geschichte & Politik

Wo herrscht der längste Bürgerkrieg?

Wo herrscht der längste Bürgerkrieg?Wo herrscht der längste Bürgerkrieg?
iStockphoto

Gewalt hat in Kolumbien Tradition: Kurz nach dem 2. Weltkrieg eskalierten die Auseinandersetzungen zwischen linken und rechten Parteien zum Bürgerkrieg, der bis 1958 dau-erte und 200000 Menschenleben forderte. In der darauf folgenden Phase der Ruhe kam es nicht zu den notwendigen wirtschaftlichen und sozialen Reformen. Große Teile der Bevölkerung verelendeten. Daraufhin entstand 1964 die FARC-Guerilla (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia), die mit 20 000 Mann auch heute noch die mächtigste Gruppe im Land ist. Der längste und bis heute anhaltende Bürgerkrieg ging in die nächste Runde. Zusammen mit der »nationalen Befreiungsarmee« (ELN) kont-rolliert die FARC mehr als die Hälfte des Landes mit grausamen Methoden. Nicht minder brutal: die rechten Paramilitärs, die ideologisch auf der anderen Seite stehen. Am härtesten trifft der blutige Kampf um Geld und Macht die Zivilbevölkerung, die immer wieder zwischen die Fronten gerät. Massaker in den Dörfern sind an der Tagesordnung und mehr als zwei Millionen Kolumbianer ständig auf der Flucht. Man spricht von 26000 Gewaltopfern jedes Jahr. Den langjährigen Aufstand finanzieren die Guerillas durch Kidnapping und Drogenhandel: Kolumbien ist sowohl Entfüh-rungs-Weltmeister als auch weltgrößter Kokainproduzent. Friedensgespräche zwischen den Rebellenorganisationen und der Regierung wurden zwar öfter aufgenommen, aber meist auch schnell wieder abgebrochen.

 

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