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Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Eine Langzeitstudie hat ergeben, dass sich unser Schritttempo enorm gesteigert hat – von Ausnahmen abgesehen.
Vor hundert Jahren war es bei Großstadt-Snobs in Mode, eine Schildkröte an der Leine spazieren zu führen – als Zeichen dafür, dass man es nicht nötig habe, sich abzuhetzen. Wer heute seine Wichtigkeit zeigen will, bewegt sich im Laufschritt, hält ein Handy ans Ohr und hat seinen Laptop griffbereit. Und wo laufen sie am schnellsten? Das hat kürzlich Richard Wiseman, Psychologieprofessor an der britischen Universität Hertfordshire, untersucht. Er ließ die durchschnittliche Schrittgeschwindigkeit von Passanten in Großstädten messen, und zwar immer zur selben Zeit am selben Wochentag auf einem breiten Bürgersteig ohne Hindernisse. Resultat: Wir leben heute rund zehn Prozent schneller als noch vor zehn Jahren, als das gleiche Experiment schon einmal durchgeführt wurde.
Spitzenreiter unter 32 untersuchten Städte ist Singapur: Dort brauchen Fußgänger nur 10,55 Sekunden für 20 Meter. Im Vergleich zu 1997 ist das eine Beschleunigungsrate von 30 Prozent! Die Kopenhagener sind den Singapurern mit 10,82 Sekunden dicht auf den Fersen (was vielleicht auch daran liegt, dass die Nordländer längere Beine haben), gefolgt von Madrid (10,89 Sekunden) sowie der chinesischen Metropole Guangzhou (10,94 Sekunden). Berlin liegt mit 11,16 Sekunden immerhin auf Platz sieben und damit noch vor der Stadt, die angeblich niemals schläft: Die New Yorker bringen es nur auf zwölf Sekunden und landen damit auf Platz acht.
Ganz anders ticken die Schweizer: Die Berner gönnen sich für die Strecke 17,37 Sekunden Zeit (Platz 30). Wer echte Gemütlichkeit erleben will, dem sei eine Reise nach Blantyre empfohlen: Die Bewohner der Wirtschaftsmetropole im afrikanischen Malawi leben konkurrenzlos langsam; 31,60 Sekunden beträgt hier die Durchschnittsgeschwindigkeit. Ein Nachteil ist das nicht: Ein langsamer Lifestyle ist erwiesenermaßen gut fürs Herz – und fürs soziale Klima. Wer hektisch durch die Straßen hastet, hilft seinen Mitmenschen nur ungern.

























