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Wissenschaft & Technik
Wo gibt es Kino mit Aroma?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Mal wieder Japan: Die Kino-Kette Shochiku sorgt neuerdings dafür, dass die Zuschauernase beim Stichwort »Kino« nicht mehr bloß an Popcornduft denkt. In zwei ausgewählten Lichtspielhäusern in Osaka und Tokio startete im Frühjahr die Weltneuheit »Aroma-Kino«: Der Hollywood-Blockbuster »The New World«, eine Neuauflage der Pocahontas-Story (Regie Terrence Malick; mit Colin Farrell in der Hauptrolle), wurde dem Publikum buchstäblich unter die Nase gerieben.
Möglich macht das eine ausgeklügelte Duft-Kompositions-Software des Technologie Giganten NTT. Nun darf man sich das nicht so vorstellen, dass man das riecht, was man sieht – Bratwurstduft, wenn eine Szene in der Küche spielt usw. Nein, die Softwareerfinder gehen einen Schritt weiter: Da man weiß, dass Düfte und Gerüche das menschliche Gefühlszentrum tief beeinflussen und somit eine stimmungsverstärkende Wirkung entfalten können, passen die Duftnoten zur jeweiligen Szenen-Stimmung. Eine Liebesszene wird z. B. mit blumigem Aroma untermalt, tränenreiche Sequenzen werden mit Pfefferminz und Rosmarin gewürzt.
Eine computergesteuerte Rezeptur kontrolliert die Ausgewogenheit der Düfte. Den Grundstoff bilden sechs Basis-Duftöle, die in einer Apparatur unter den hinteren Sitzreihen angebracht sind. Ganz ausgereift ist die Technik offensichtlich nicht, denn bisher profitiert nur das hintere Drittel des Kinosaals von der »Smellovision«.
Die Idee des kompakten Sinnerlebens ist nicht ganz neu: Experimente mit duftenden Filmen gibt es schon seit den 1940er-Jahren – doch sämtliche Versuche endeten mit einem wenig angenehmen Geruchs-Mix aus Autoabgasen, Essensdüften und Angstschweiß. Schließlich konnte man den Kinosaal ja nicht zwischen den einzelnen Szenen durchlüften. Solch ein Duft-Kauderwelsch kann beim neuen Aroma-Cinema nicht mehr passieren, die Düfte werden in großzügigen Zeitabständen versprüht – so kommen sie sich nicht mehr in die Quere.

























