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Psychologie & Gesundheit

Wo gibt es eine pränatale Uni?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Wo gibt es eine pränatale Uni?Wo gibt es eine pränatale Uni?
iStockphoto

Ein Hörsaal voller schwangerer Frauen – das ist die pränatale Universität Hayward in Kalifornien nicht, sondern eine Arztpraxis und ein florierender Handel mit CDs und DVDs für werdende Eltern.

Gründer der weltweit einzigen Schule für ungeborene Babys ist der Gynäkologe und Geburtshelfer Rene Van de Carr, der vor 30 Jahren mit Studien und Versuchen zum pränatalen Training begann. Die Idee, dass man ungeborenen Babys etwas beibringen kann, hatten aber schon viele.

Als einer der Ersten testete der Forscher Anthony DeCasper von der Universität North Carolina die Reaktion von Ungeborenen auf gezielte Außenreize. Dabei stellte er fest: Bei Neugeborenen erhöht sich die Herzfrequenz, wenn sie Musikstücke vorgespielt bekommen, die sie bereits im Mutterleib hörten – bei unbekannten Stücken bleiben die Babys cooler. Ähnlich erhöht sich ihre »Nuckelfrequenz«, wenn sie Gedichte vorgesagt bekommen, die sie »kennen«. Von da bis zur Idee, die kleinen Wesen zu trainieren, war nur ein Schritt.

Das Programm, das Rene Van de Carr in seiner pränatalen Uni vorschlägt, startet im sechsten Monat, denn dann beginnt das, was der Mediziner die »heiße Phase« nennt: Bis zum zweiten Lebensjahr laufen nun die Gehirnentwicklung und die »Verschaltung« der unterschiedlichen Gehirnareale auf Hochtouren.

Damit das Ungeborene ein Gefühl für die Außenwelt entwickelt, schlägt de Carr etwa vor, ihm Trommelrhythmen vorzuspielen – ähnlich wie der Herzschlag der Mutter, aber doch anders und weiter entfernt. Später folgen Musik, Sprech- und Berührungsübungen. Das Resultat? Laut Carr: zufriedenere Babys, weniger unkoordinierte Bewegungen und weniger Schreiphasen in der Neugeborenenzeit.

Ob und wie viel das Baby von den Übungen tatsächlich mitbekommt, das sehen viele Forscher extrem kritisch. Doch eines bezweifelt niemand: Die Beschäftigung mit dem Ungeborenen vertieft die Eltern-Kind-Beziehung und macht gute Stimmung. Aber das wussten Mütter schon, als es noch keine pränatale Forschung ab. Mit ihrem Ungeborenen gesprochen haben sie schon immer!

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