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Trend & Style
Wo gibt’s die besten Shopping Malls?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Einkaufen mit Gefühl, F&A zeigt Ihnen die sechs schönsten Shopping-Meilen der Welt mit Flair und Geschichte.
Nichts gegen Dubai, Hongkong oder den Dutyfree in Heathrow. Aber heute brechen wir mal eine Lanze für die klassischen Einkaufsstraßen dieser Welt, jene mit langer Geschichte und ureigenem Charakter. Sie sind so etwas wie bedrohte Territorien. Einmal wegen des Trends zum Shoppingcenter auf der grünen Wiese, wo die Mieten noch erschwinglich sind. Zum anderen wegen der globalen Vereinheitlichung (oder kennen Sie eine Straße ohne Zara und H&M?). Und schließlich wegen der weltweiten ästhetischen Verwüstung durch Billigläden und Fast-Food-Ketten.
Nur wenigen Weltstädten ist es gelungen, das charakteristische Gesicht ihrer wichtigsten Kaufmeilen zu bewahren. Wir stellen Ihnen die sechs schönsten Shopping-Boulevards der Welt vor, die noch das haben, was man Flair nennt.
New York: 5th Avenue
Prachtstraße, Stadtzentrum, Einkaufsparadies, Museumsmeile, Schneise zwischen der East-und der West-Side von Manhattan: Wer einmal die 5th Avenue in voller Länge hinauf spaziert ist, hat einen guten Tagesausflug hinter sich und zwar nicht alles, aber doch eine ganze Menge von Manhattan gesehen. Das gilt besonders für diejenigen, die sich auf die 381 Meter hoch gelegene Aussichtsplattform des Empire State Buildings hinaufgetraut haben.
Shopping-Fans sollten sich auf den Abschnitt Höhe Rockefeller Center bis Ecke Central Park konzentrieren – hier reiht sich ein fantastischer Store an den nächsten. Kaufhäuser wie das renommierte »Saks Fifth Avenue« oder FAO Schwarz, ein Spielzeugladen von galaktischen Ausmaßen, sind zwar nicht ganz billig – ganz zu schweigen von Legenden wie Cartier und Tiffany. Aber das erwartet auf dieser Nobelmeile auch niemand. Schließlich kostet hier der Quadratmeter Ladenfläche fast 1400 Dollar im Jahr – mehr als irgendwo sonst auf der Welt.
Im Norden, entlang dem Central Park, wird die 5th Avenue dann zum Kulturmekka – ein Besuch im Metropolitan Museum of Art (Met) oder im spektakulären Bau des Guggenheim Museums ist auf alle Fälle ein würdiger Abschluss eines Shopping-Tages.
Tokio: Ginza
Um zunächst ein häufiges Missverständnis aufzuklären: Die Ginza von Tokio ist im Grunde gar keine Einkaufsstraße, sondern ein ganzes Viertel voll mit Geschäftsstraßen. Deswegen wurde der Name Ginza zum Synonym für Shopping-Meile, sodass hunderte Städte in Japan ihre Ginza haben.
Die bekanntesten Straßen von Tokios Ginza sind die Harumi-dôri und die Chûô-dôri, wo man in Windeseile astronomische Summen loswerden kann – die teuren Hostessen-Clubs und Restaurants sind allerdings eher das Revier von Tokios Manager- und Politikerkaste. Die dazugehörigen Ehefrauen schweifen währenddessen durch die Shopping-Parallelwelten, z. B. in Luxusläden wie Wakô, Mikimoto Pearl oder Shiseido, um sich anschließend im traditionellen Café mit einer Glibbermasse namens Anmitsu zu erfrischen.
Doch es gibt auch erschwinglichere Vergnügungen: Zum Beispiel ein Besuch des traditionellen Kabuki-Theaters »Kabuki-za«, des weltberühmten Tokioter Fischmarkts (für Frühaufsteher) oder des Sony Building hinter der Sotobori-dôri-Kreuzung. Hier werden täglich von morgens bis abends die neuesten Hightech-Entwicklungen vorgeführt, von deren Existenz der gemeine Europäer noch gar nichts ahnt.
Berlin: Kurfürstendamm
Ja, ganz recht, wir zählen den Kurfürstendamm dazu. Wieder – muss man sagen. Der Glanz des mit Wiedervereinigungs-Euros zugeschütteten Ostens der Stadt ließ die »City West« zeitweilig verblassen – aber jetzt berappelt sich der Ku’damm. Mit dem neuen Kranzler-Eck zum Beispiel trumpft der alte Boulevard in weltstädtisch moderner Architektur auf.
Der Glanz früherer Zeiten wird überall blank poliert: Wer zwischen Fasanenstraße und Olivaer Platz den Blick hebt, bekommt prachtvoll restaurierte Stuckfassaden zu sehen. Auf der Ku’damm-Verlängerung, der Tauentzienstraße, befindet sich übrigens das legendäre KaDeWe (»Kaufhaus des Westens«) – mehr als hundert Jahre alt, aber immer noch das größte Kaufhaus des europäischen Festlands.
Paris: Champs-Elysées
Wo heute der schönste Prachtboulevard Europas dem Triumphbogen zustrebt, war bis ins 18. Jahrhundert noch unerschlossenes Sumpfland. Dann ging der Bauboom schlagartig los: Wer etwas auf sich hielt und es sich leisten konnte, kaufte sich ein Apartment am »Gefilde der Seligen«, wie die Champs-Élysées übersetzt heißen, und rund herum ließen sich Geschäfte für die wohlhabende Bevölkerung nieder.
In den 1970er-Jahren drohte das selige Flair allerdings empfindlich Schaden zu nehmen: Der einsetzende Massentourismus mit seinen üblichen Merkmalen wie Fast-Food-Restaurants und Souvenirläden setzte dem Belle-Epoque-Charme kräftig zu. Doch Paris hat die Kurve gekriegt: In den 90ern wurde mit strenger Hand verschönert, die Bürgersteige verbreitert, parkende Autos in Tiefgaragen verbannt, grelle Leuchtreklame und geschmacklose Plakate verboten.
Mit dem Erfolg, dass nun wieder die klangvollen Namen der Haute Couture das Straßenbild veredeln – H&M dagegen bekommt hier kein Bein auf den Boden. Wer das »Sehen-und-gesehen-werden« auf die Spitze treiben möchte, der begebe sich ins denkmalgeschützte Promi-Restaurant »Fouquet’s«, wo Englands Premier Winston Churchill Zigarrendunst verbreitete und Marlene Dietrich mit den Wimpern klimperte.
London: Oxford Street
Die Londoner selbst gehen vor allem aus einen Grund in die Oxford Street, und der heißt: Selfridges. Der Einkaufstempel, den ein Immobilien-Mogul aus Chicago hier vor knapp achtzig Jahren hingesetzt hat, lockt mit der größten Kosmetikabteilung der Welt. Und in den legendären »Food-Halls« des Hauses gehen Feinschmeckern die Augen über. In den »Roaring Twenties« sprudelte zwischen den 120 Abteilungen sogar mit Eiskrem versetztes Sodawasser aus einem Brunnen.
Aber für Touristen ist die Oxford Street ein Gesamterlebnis. Man braucht hier allerdings starke Nerven, woran auch der auf Busse und Taxis beschränkte Verkehr nichts ändert: der Lärm ist erheblich. Eine vornehme Straße war die Oxford Street nie. Bis ins 18. Jahrhundert stand am westlichen Ende, dem heutigen Verkehrsknotenpunkt Marble Arch, ein viel benutzter Galgen (Tyburn Tree).
Die Todeskandidaten mussten sich die Oxford Street bis zur Stätte ihrer Hinrichtung hinunterschleppen, stets begleitet von der schaulustigen Masse. Im Schlepptau kamen die Händler, die bei dem Trubel gute Geschäfte machen konnten – so begann der Aufstieg der Straße zur Einkaufsmeile. Heute schleppen sich Shopping-Victims mit ihren Tüten die Straße entlang.
Rom: Via Condotti
Seit es Tourismus gibt pilgern Menschen aus aller Welt nach Italien, um sich eine Lektion in Sachen Lebensart erteilen zu lassen. Eine der ersten Adressen für gelebte Modekultur ist die Via Condotti inklusive ihrer Seitengassen. Armani, Gucci, Valentino – mit jedem Schritt arbeitet man sich durch das »Who’s who« der Design-Elite.
Wundersamerweise wirkt die römische Glamour-Meile dennoch nicht protzig – das leicht gammelige Äußere der Häuser sorgt für jene unnachahmliche Patina, die eleganten Luxus so leicht und selbstverständlich scheinen lässt. Wo sonst würde sich ein Juwelen-Magnat wie Bulgari so nahtlos in seine Umgebung einfügen, als könnte er gar nicht woanders sein?
Ihren Anfang nimmt die Via Condotti an der Piazza di Spagna, die in lauen Sommernächten zum Catwalk für große Modespektakel dient. Der Name hat übrigens mit Mode wenig zu tun: Er erinnert an die Wasserleitungen (»condotte«), die Papst Paul III. hier Mitte des 16. Jahrhunderts unter der Straße verlegen ließ.
Für die formvollendete Pause beim Shopping-Bummel bietet sich die Adresse Via Condotti 86 an - dort findet man das berühmteste Kaffeehaus Roms, das »Caffè Greco«. Schon der Dichterfürst Goethe (1749–1832) schätzte diesen Ort, um sich mit Freunden zum Philosophieren zu treffen.

























