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Zeitgeschichte
Wissenschaftler im Dritten Reich: Bildung schützt nicht vor Gewissenlosigkeit
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Vor 60 Jahren endete die Nazi-Diktatur. Viele Wissenschaftler hatten mit dem NS-Staat kollaboriert und wurden mitschuldig an grausamsten Verbrechen. Wie es dazu kommen konnte, ist erst jetzt von Historikern umfassend untersucht worden. Ihre Ergebnisse sind beunruhigend.
Als die Kinder Tito und Nino 1944 im Konzentrationslager Birkenau abgeholt und zur Krankenstation gebracht wurden, konnten sie nicht ahnen, dass dies ihren Tod bedeuten würde. Zuständiger Arzt hier war nämlich ein gewisser Dr. Josef Mengele, der in Fachkreisen des Dritten Reiches einen guten Ruf genoss. In der Erbforschung war kaum einer so erfolgreich wie der junge Arzt aus Günzburg. Allerdings gab es auch niemanden, der so skrupellos mit Menschen umging. Mengele ließ die dreijährigen Zwillinge am Rücken und an den Handgelenken zusammennähen und kreuzte ihre Blutbahnen. Er wollte damit die Abwehrreaktionen der kleinen Körper auf das Blut des jeweiligen Zwillingsbruders testen. Vier qualvolle Tage später waren die Kinder tot.
Besonders interessiert war der KZ-Arzt auch an Missbildungen jeder Art, die der Forschung bedeutsame Informationen über den »Erbgang« liefern konnten – ein zentrales Thema für die Rassenforscher des Dritten Reiches. Mengele hatte sich schon in seiner Doktorarbeit mit »Sippenuntersuchungen bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalte« befasst. Dafür untersuchte er 17 Kinder mit Hasenscharte sowie 1222 Verwandte. Eine Fleißarbeit, für die er 1938 die Note »summa cum laude« (lat. »mit höchstem Lob«) bekam. Im Konzentrationslager Auschwitz mit der Außenstelle Birkenau – wo bis zu 150000 Menschen zusammengepfercht vor sich hinvegetierten, bis sie zum großen Teil in den Gaskammern ermordet wurden – fand er noch viel mehr »Menschenmaterial«. Neben den Zwillingen ließ er vor allem Krüppel und Kleinwüchsige selektieren. Er beteiligte sich auch an dem »Iris-Projekt« des damals sehr renommierten »Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik (KWIA)« in Berlin unter Leitung von Professor Otmar von Verschuer: Mengele ließ KZ-Insassen ermorden, schnitt ihnen die Augäpfel aus dem Kopf, nachdem er Farbpigmente injiziert hatte, und schickte die Augen zur weiteren Untersuchung an das KWIA. Mit dem Projekt sollte geklärt werden, wie die Augenfarbe entsteht und ob sie künstlich verändert werden kann.
Andere Versuchspersonen erschoss Mengele nach Aussagen von Zeugen eigenhändig, um sie sezieren zu lassen oder um an ihre Skelette zu kommen. Ein Mitarbeiter Mengeles erklärte nach dem Krieg: »Ich badete die Leichen von Krüppeln und Zwergen in Kalziumchloridlösung und kochte sie in Bottichen, damit die sachgemäß präparierten Skelette in die Museen des Dritten Reiches gelangen konnten.« Zahlreiche weitere Grausamkeiten werden von Mengele berichtet. Er spritzte Kindern Chloroform ins Herz, infizierte Häftlinge vorsätzlich mit Typhus und schnitt Frauen die Brüste ab, um aus dem Gewebe Nährböden für Zellexperimente zu gewinnen.
War Mengele ein Psychopath im Blutrausch, ein »Pseudowissenschaftler«, ein Außenseiter der Forschungsgemeinschaft? Oder gehörte er zum System? Fast sechzig Jahre dauerte es, bis eine Historiker-Kommission der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) auf Fragen der Forschung im Nazi-Staat Antworten gefunden hat. Die MPG ist mit 78 Instituten die bedeutendste Forschungs-gemeinschaft Deutschlands und Nachfolge-Organisation der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (KWG) aus dem Dritten Reich.
Sechs Jahre lang sichteten die Kommissionsmitglieder Archivunterlagen aus der Nazi-Zeit. Seitdem steht fest: Mengele war kein ausgegrenzter Einzelgänger, sondern anerkanntes Mitglied der Forschungsgemeinschaft im Dritten Reich. Er erledigte sozusagen die Schmutzarbeit für die Professoren und Dozenten in ihren hygienisch sauberen Labors in Berlin und anderswo – die nicht wissen wollten, woher die Augäpfel, Skelette und Organe kamen, mit denen sie forschten.
Vor allem Ärzte haben sich nach diesen Untersuchungen im Dritten Reich als besonders skrupellos erwiesen. Sie nutzten die ideologischen Vorgaben der Faschisten für ihre Forschung. Dr. Siegmund Rascher beispielsweise stellte mit KZ-Häftlingen Höhenversuche an. Er setzte seine Opfer in Druckkammern Bedingungen aus, die auf einen Piloten beim Absturz des Flugzeugs einwirken. Der Tod der Testpersonen war eingeplant. Das galt auch für die so genannten Unterkühlungs-Experimente. Dabei wurden die Testpersonen stundenlang in Prototypen einer neuen Fliegerkleidung in Eiswasser gelegt. Danach versuchte man, sie mit warmen Bädern wieder zu erwärmen. In den meisten Fällen misslang das: Die Opfer der Nazi-Mediziner verloren ihr Leben.
Noch systematischer diente der Arzt Werner Heyde der faschistischen Tötungsmaschinerie. Er leitete das »Amt T4« (in der Berliner Tiergartenstraße 4), das für den Massenmord an geistig und körperlich Behinderten verantwortlich war. Mindestens 275000 Schizophrene, Blinde, Taube und Manisch-Depressive wurden vergast und verbrannt. Im Dritten Reich galten diese Personen als »Ballast-Existenzen«, »nutzlose Esser« oder »leere Menschenhüllen«. Die Diagnosen, die zur Selektion führten, stellten Ärzte wie der Dachauer Dr. Hans-Joachim Sewering, der nach dem Krieg Präsident der deutschen Ärztekammer war.
Aber auch in anderen Forschungsbereichen wurden die Möglichkeiten des Dritten Reiches genutzt. Beim Bau der Rakete V2 (»V« stand für Vergeltung) in den Stollen des Lagers »Dora« bei Nordhausen am Harz wurden unter Leitung von Wernher von Braun Tausende von Zwangsarbeitern eingesetzt. Wer den Strapazen der unterirdischen Arbeit nicht gewachsen war, wurde abtransportiert – in die Vernichtungslager. Allein im ersten Quartal 1944 wurden 3000 Menschen in den Tod geschickt.
Professor Hubert Markl, der damalige Präsident der MPG, sagte dazu im Juni 2001: »Die Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in der Zeit des Nationalsozialismus zeigt uns, wie Wissenschaft beteiligt sein kann an der geistigen Vorbereitung, der Unterstützung, ja sogar der tätigen Mitwirkung an grausamsten Verbrechen, an der Verrohung wissenschaftlichen Forschens, das Menschen zu bloßen Versuchsobjekten erniedrigt. Auch Spitzenforschung ist nicht gefeit vor moralischen Abgründen. Was damals im Namen der Wissenschaft zur Förderung des Rassismus und vorgeblich ›eugenischer‹ Menschenausmerzung geschah, waren Verbrechen, die für immer schwer auf der deutschen Wissenschaft lasten.«
Nach Kriegsende hatten die Forscher jahrelang behauptet, sie seien vom Regime funktionalisiert und zu Verstößen gegen die wissenschaftliche Ethik genötigt worden. Deshalb seien sie nicht Täter, sondern Opfer. Aber bei gründlicher Betrachtung stellte sich das als Schutzbehauptung heraus. Die Historikerin Dr. Susanne Heim, wissenschaftliche Leiterin der Untersuchungskommission, erklärte im März 2005: »Niemand wurde zu dieser Forschung gezwungen, die Vorschläge dafür kamen von der Wissenschaft. Die Methoden, mit denen Politik Wissenschaft beeinflusst, sind diffiziler, als die meisten sich das vorstellen. Und wer bisher geglaubt hat, dass gebildete Leute wie die Professoren der KWG gegen dumpfe Nazi-Propaganda eher immun sind als die Durchschnittsbevölkerung, der täuscht sich. Die Wissenschaftler haben sich bemüht, ihre Forschungsfragen so zu formulieren, dass sie in das ideologische Gerüst des NS-Staates hineinpassten. So entstand in vielen Bereichen eine konfliktfreie Zusammenarbeit.«
Die Untersuchungen der Historiker ergaben, dass im Gegensatz zu Künstlern und Schriftstellern nur wenige Wissenschaftler (darunter der Nobelpreisträger Albert Einstein) emigrierten. Der Grund dafür ist simpel: Während viele Maler, Bildhauer und Autoren in ihrer Arbeit unterdrückt wurden, nicht mehr ausstellen bzw. publizieren durften, fanden die Wissenschaftler sich plötzlich in einer Art Schlaraffenland wieder – wenn sie nur in die richtige Richtung forschten. Ihnen standen im Dritten Reich nahezu unbegrenzte Möglichkeiten offen – vorausgesetzt, ihnen gelang es, ihre Forschungsprojekte als kriegswichtig zu deklarieren oder sie in den Dienst der NS-Rassentheorien zu stellen.
Dazu kamen andere Bedingungen, die aus der Sicht vieler deutscher Forscher vorteilhaft waren. 1933 wurden die Universitäten von jüdischen Studenten und Professoren »gesäubert«. An den Hochschulen verschwanden auf diese Art und Weise innerhalb eines einzigen Semesters Tausende von Studenten und ein beachtlicher Teil des Lehrkörpers. Nach dem Krieg beklagten die verbliebenen deutschen Forscher diesen »Brain drain«, den Verlust an Wissen. In Wahrheit, sagt Dr. Heim, »hatten die Allerwenigsten Skrupel, sich die Lehrstühle der Vertriebenen anzueignen oder deren Position einzunehmen. Und manche haben durchaus noch ein wenig nachgeholfen, um ihre eigenen Karrierechancen zu verbessern«.
Dann kam der Krieg, der vor allem den Agrarforschern ungeahnte neue Möglichkeiten eröffnete. Auf den Feldzügen nach Osten waren stets hochrangige Biologen dabei. Ihre Aufgabe: den landwirtschaftlichen Genpool in den eroberten Gebieten abzuschöpfen und in den Dienst Deutschlands zu stellen. Die Forscher schafften seltene Pflanzen und Saatgut waggonweise ins Reich, um sie in der agrarischen Züchtungsforschung zu verwenden. Politisch war das erwünscht: Mithilfe der genetischen Ressourcen sollte Deutschland unabhängig von Nahrungsmitteln und Rohstoffen aus dem Ausland werden. Beim militärischen Rückzug unterstützte der Abtransport von Saatgut auch die »Hungerstrategie« gegen die Zivilbevölkerung in der Sowjetunion: Wer nicht säen konnte, konnte auch nicht ernten.
Ein dritter »Vorteil« der Annexionen im Osten war die dadurch nahezu uneingeschränkte Möglichkeit, am Menschen zu forschen. Während die Wissenschaftler außerhalb der Reichsgrenzen mit Versuchskaninchen oder Mäusen arbeiteten, standen Dr. Mengele und seinen Kollegen lebende Menschen zur Verfügung, wodurch sie gegenüber den ausländischen Kollegen im Vorteil waren. »Schließlich«, so Dr. Heim, »war die Genetik damals schon ein Forschungsgebiet, in dem internationaler Wettbewerb herrschte – und die Deutschen hatten im Nationalsozialimus die Möglichkeit, diese Fragen auch an Menschen zu erforschen.«
Natürlich war allen Beteiligten klar, dass sie die Grenzen des Zulässigen überschritten. Medizinische Forschung an Personen, die ihre Einwilligung dazu nicht gegeben hatten, war auch damals ein grober Verstoß gegen alle ärztlichen Standesregeln. Und der Abtransport von Saatgut aus den besetzten Gebieten widerspricht eindeutig dem Völkerrecht, das auch damals galt. Aber warum haben die Wissenschaftler dann in so großer Zahl mitgemacht?
Diese Frage ist leichter zu beantworten, als es scheint. Die Politik im Dritten Reich hat Rahmenbedingungen geschaffen, die viele der bisherigen moralischen und rechtlichen Sicherheitsbarrieren außer Kraft setzten. Intellektuell veränderte die Propaganda die Grundstimmung im Land: Das Thema Rassenhygiene war ideologisch vorgegeben. Als Deutschland dann den Krieg begann, entstand ein noch größerer Druck auf Bevölkerung und Wissenschaft, die nationale Sache zu unterstützen – auch wenn es in Wirklichkeit die nationalsozialistische war. Dazu gab es ganz persönliche Anreize: Wer mitmachte, machte Karriere, wurde befördert, erhielt mehr Forschungsgelder, bekam Einfluss. Es ging also um Geld und Macht – und manchmal auch um Leben und Tod: Forscher, die nachweisen konnten, an kriegswichtigen Projekten zu arbeiten, mussten nicht an die Front.
Unter diesen Umständen war es gar nicht mehr nötig, mit Drohungen oder Zwang zu arbeiten. »Unter den Naturwissenschaftlern«, sagt Suanne Heim, »haben die meisten irgendeine Form des Arrangements getroffen. Viele versuchten mit fliegenden Fahnen, Begeisterung und ernsthaftem Interesse die nationale Sache voranzutreiben.«
Beunruhigend ist in diesem Zusammenhang eine Studie der Untersuchungskommission, die das Verhalten der deutschen Wissenschaftler im Dritten Reich mit dem Verhalten von Wissenschaftlern in anderen politischen Systemen und zu anderen Zeiten vergleicht. Das Ergebnis: Es gibt zwar Unterschiede – aber die sind bei weitem nicht so groß, wie man sich das vorstellt.
Schon immer steckte die Politik der Wissenschaft den Rahmen ab. Im europäischen Mittelalter war klar, dass sich die Forschung an den Richtlinien der Kirche zu orientieren hatte. Nikolaus Kopernikus (1473 – 1543) und Galileo Galilei (1564 – 1642) bekamen Probleme mit der katholischen Inquisition, als sie belegen wollten, dass sich die Erde um die Sonne dreht – und nicht umgekehrt. Aber schließlich setzte sich die wissenschaftliche Erkenntnis durch. Das Dritte Reich forderte eine »arische Physik« und eine »deutsche Mathematik«, die ohne Erkenntnisse jüdischer Wissenschaftler wie Albert Einstein auskommen sollten. Die Forscher waren jedoch nicht bereit, so einen Humbug mitzumachen.
Auch heute noch ist die Wissenschaft von der Politik abhängig. Als in der zweiten Häfte des letzten Jahrhunderts die Atomkraft von der deutschen Regierung massiv gefördert wurde, forschte natürlich auch die Wissenschaft verstärkt in diesem Bereich – selbstverständlich mehrheitlich mit Ergebnissen, die die Atomkraft positiv darstellten. Heute ist eher die Windenergie interessant, weil es dafür Fördergelder gibt. Atomforscher tun sich schwer, genug Geld für ihre teuren Experimente aufzutreiben – die politische Stimmung in der Bundesrepublik des 21. Jahrhunderts ist gegen sie. Provokant formuliert, ist Atomenergie heute auch nicht schlechter als vor 40 Jahren, aber sie passt einfach nicht mehr zur herrschenden Ideologie. In Deutschland allerdings spielen auch politische Altlasten für die Wissenschaft eine Rolle. Nach dem Missbrauch der Genetik im Dritten Reich wurde die Genforschung in Deutschland lange Zeit misstrauisch beobachtet. Auch die Bevölkerungswissenschaftler klagen über den Prestigeverlust, den die Beteiligung an der Rassenpolitik im Nationalsozialismus ihrem Fach eingebracht hat.
Andererseits hat die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft wie selbstverständlich die Ergebnisse der verbrecherischen Forschung im Nationalsozialismus übernommen. »Was die Hirnforscher herausgefunden ha-ben, indem sie Hirne von Euthanasieopfern studierten«, sagt Susanne Heim, »das vergessen sie ja nicht wieder, auch wenn sie Jahre später zu der Erkenntnis gelangen, dass es Ergebnisse unethischer Forschung sind. Das alles ist längst in den globalen Wissensfundus aufgenommen worden.« Ein anderes Beispiel dafür ist die Gynäkologie. Im Dritten Reich erforschten Ärzte, welchen Einfluss Extremsituationen auf den weiblichen Zyklus haben. Die Versuchspersonen, weibliche Strafgefangene, standen unter Schock, weil man ihnen mitgeteilt hatte, dass sie zum Tode verurteilt waren. Aber auch das von den Wissenschaftlern erbeutete Saatgut wurde nach dem Ende der NS-Diktatur nicht weggeworfen, sondern in der Agrarforschung weiterverwandt.
Für die Untersuchungskommission der Max-Planck-Gesellschaft blieb nach Abschluss ihrer Arbeit deshalb vor allem eine Frage offen: Wie kann man künftig verhindern, dass Wissenschaftler sich von der Politik korrumpieren lassen und verbrecherische Forschung betreiben?
Das Ergebnis dieser Überlegungen ist allerdings ernüchternd: Zwar scheinen Demokratien besser dazu geeignet zu sein, das Schlimmste zu verhüten. Aber auch sie können nicht von vornherein verhindern, dass wirtschaftliche Interessen multinationaler Konzerne oder wissenschaftlicher Ehrgeiz einzelner Forscher über die Grenzen des Legalen hinausführen. »Wissenschaftler«, so Dr. Heim, »sind weder intellektuell noch moralisch resistenter gegen Versuchungen als die Gesamtbevölkerung. Eher im Gegenteil: Wo sich echte oder scheinbare Freiräume auftun, werden sie von der Wissenschaft besetzt. Es geht immer auch um Einfluss, Ressourcen und Erfolg.« Selbst eine allgemeine öffentliche Diskussion schütze nicht vor ethisch problematischen Entscheidungen, »weil die Öffentlichkeit leicht zu manipulieren ist. Das hat sich gerade im Nationalsozialismus gezeigt«. Völlig ausgeschlossen sei es, die Kontrolle über ihre Arbeit den Wissenschaftlern selbst zu überlassen: »Da ist die Versuchung groß, die Grenzen so zu definieren, dass die eigene Forschung gerade noch erlaubt ist – und die des schärfsten Konkurrenten nicht mehr.«
Eine Sicherheitsbarriere scheint lediglich die internationale Verflechtung der Wissenschaft zu sein. Wenn asiatische, amerikanische, afrikanische und europäische Forscher auf Kongressen und im Internet regelmäßig über ihre Arbeit diskutieren, ist die Gefahr des Missbrauchs wissenschaftlicher Möglichkeiten geringer. Ganz ausgeschlossen ist sie aber auch dann nicht.
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