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Skandal im Vatikan

Wir sind Päpstin!

Die tausend Jahre alte Legende um eine Frau, die es bis in das höchste Amt der Kirche schaffte, bewegt noch immer die Gemüter. Jetzt ist »Die Päpstin« im Kino zu sehen.

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Papst Leo starb an den Kalenden des August. Ihm folgte Johanna, das Weib, das zwei Jahre, fünf Monate und vier Tage auf dem Stuhl Petri saß.« Diese zwei Sätze, die der irische Theologe Marianus Scotus im 11. Jahrhundert in seiner Chronik über das Jahr 855 notierte, sind ein Stolperstein der Kirchengeschichte. Hier schrieb zum ersten Mal jemand auf, worüber die zwei Jahrhunderte zuvor nur gemunkelt worden war: Eine Frau als Päpstin! Was für ein Skandal! Oder: Was für ein Wunder!

Noch heute ist es für die meisten Katholiken unvorstellbar, dass eine Frau ihr Oberhaupt sein könnte. Daher fasziniert die Legende, die vor tausend Jahren mit den dürren Worten des Marianus Eingang in die Geschichtsschreibung fand, die Menschen auch im 21. Jahrhundert. Wenn am 22. Oktober der Film »Die Päpstin« in die deutschen Kinos kommt, wird der Mythos jener Johanna um eine Facette bunter. Es ist der Mythos eines Mädchens aus Ingelheim bei Mainz, das sich als Junge und später als Mann verkleidete, um an den kirchlichen Schulen lernen zu dürfen. Es ist die Geschichte einer Frau, die klüger und wissbegieriger ist als alle Männer in ihrem Umfeld und die sich nicht von der mittelalterlichen Lehre einschüchtern lässt, nach der die Frau ein minderwertiges Geschöpf ist.

Der deutsche Regisseur Sönke Wortmann, der schon Erfolge wie »Der bewegte Mann« (1994), »Das Superweib« (1996) oder »Das Wunder von Bern« (2003) auf seinem Konto verbucht, hat den Film gedreht. »Ich finde, es ist eine unglaubliche Geschichte mit ganz großer Kinoqualität«, sagt Wortmann, »denn die Probleme, die diese Figur hat, sind heute immer noch die gleichen. Das gefällt mir an diesem Stoff.«

Der Skandal um die Päpstin und damit auch ihre Sorgen und Probleme waren sogar noch viel größer, als der erste Chronist Marianus zugeben wollte.

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Autor/in: Felicia Englmann


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