Eine Theorie, die nicht praktisch im Leben Anwendung finden kann, ist wertlose Gedankenakrobatik.
Die 10 großen Mysterien unserer Existenz
Der perfekte Mord ist Geschichte
Papiergeld - Das Risiko des schönen Scheins
Ausgabe
06/2012
Ausgabe
06/2012
Ausgabe
01/2011
Ausgabe
04/2011
Verlangen die Frauen heute zu viel?
Gibt es bald ein Medikament gegen das Altern?
Wann wird eine Psycho-Krise zum Trauma?
Ausgabe
05/2012
Ausgabe
02/2012
Ausgabe
02/2012
Ausgabe
01/2012
Ausgabe
05/2012
Ausgabe
03/2012
Ausgabe
03/2012
92 qualitativ hochwertige Sudokus – für Anfänger, Fortgeschrittene, Experten und Champions
Zu gewinnen: drei Qualitäts-Kochtopf-Sets!
Ausgabe
03/2012
Noch mehr Rätselspaß:
P.M. Logicals bringt Ihre grauen Zellen auf Hochtouren. Mit 45 anspruchsvollen Logik-Puzzles
Ausgabe
01/2011
Wissenschaft & Technik
Wieso werden die Meere immer lauter?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
Hier geht's zum aktuellen Heft »
In den letzten 200 Jahren haben es die Menschen geschafft, den Lärmpegel der Weltmeere in schwindelerregende Höhen zu treiben. Gemeinsam veranstalten Industrie, Militär und Wissenschaft ein ohrenbetäubendes Unterwasserspektakel. Die Folgen für Fische und Säugetiere sind verhängnisvoll.
Was hat Kohlendioxid mit Lärm zu tun?
Das Treibhausgas sorgt nicht nur als Klimakiller für Unruhe: Mehr als sechs Milliarden Tonnen davon werden Jahr für Jahr von den Weltmeeren auf-genommen – mit folgenschweren Auswirkungen: Die steigende CO2-Konzent-ration macht die Ozeane nicht nur immer saurer. Kalifornische Forscher haben einen erstaunlichen weiteren Zusammenhang abgeleitet: Bis 2050 könnten Schallwellen in der dann veränderten Chemie rund 70 Prozent weiter getragen werden, weil saures Wasser Schall wesentlich besser leitet.
Auf den ersten Blick klingt dies wie eine gute Nachricht für alle Delfine und Wale. Die maritimen Sympathieträger plaudern am liebsten in tiefen Tönen, die der CO2-Effekt besonders deutlich auf Touren bringt. Auch Robben verwenden bevorzugt den unteren Frequenzbereich, um potenzielle Partner anzulocken. Sie alle stehen nun jedoch vor einem gemeinsamen Problem: Nicht nur Walgesang und Brunfthymnen schallen plötzlich viel weiter durchs Wasser, sondern auch das Donnern menschlicher Schiffsmotoren und Ölplattformen wird gewaltig verstärkt. Daraus entsteht ein penetrantes Hintergrundrauschen, in dem sich die Stimmen der Wasserbewohner kaum noch Gehör verschaffen können.
Noch ist offen, wie gut die Meerestiere mit dem Tohuwabohu zurechtkommen werden. Ein ungleich stilleres Tier steht jedoch jetzt schon als großer Verlierer der Versauerung fest: Korallen sind mit ihren Kalkskeletten für das aggressive Wasser nicht geschaffen – sie werden allmählich aufgelöst.
Sind laute Ozeane tödlich?
Während Millionen von Jahren haben Meeres-bewohner ihr Gehör ständig verbessert – in trübem Wasser ist es dem Sehsinn überlegen. Allerdings sind die Lauscher der Tiere nach wie vor auf die Stille vergangener Zeiten programmiert. Reichlich reizüberflutet dümpeln viele von ihnen deshalb heute mehr oder weniger orientierungslos durchs die dröhnenden Ozeane der Gegenwart. Besonders deutlich bekommen Wale diesen Effekt zu spüren – ihr Navigationssystem spielt verrückt. Der ständige Lärm setzt ihrem Gehör so sehr zu, dass es zeitweise ganz ausfallen kann. Im schlimmsten Fall stranden die Tiere dann an Land und verenden. Wer sein Futter wie ein Delfin mit einem Echolot ortet, schwimmt außerdem immer öfter hungrig durchs Wasser, denn viele Störgeräusche maskieren das Echo echter Beute – die Jagd führt ins Leere. Ein knurrender Magen bleibt für die meisten Tümmler jedoch die geringste Sorge: Wenn der Lärm zu extrem wird, können Meeressäuger innere Verletzungen davontragen und sterben.
Auch Fische leiden unter Lärmexzessen und meiden deshalb jene Gegenden, in denen Menschen besonders laut herumrandalieren. Um ihre Netze zu füllen, müssen Fischer nun immer weitere Strecken zurücklegen und zu aufwendigeren Fangtechniken greifen. Da die Erträge durch Überfischung ohnehin ständig sinken, sind Hunderttausende von Jobs in der Fischerei bedroht. Eine Milliarde Menschen ist derzeit auf Fisch als wichtigste Nahrungsquelle angewiesen.
Woher kommt der Unterwasserkrach?
Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich der ozeanische Lärmpegel in vielen Meeresregionen alle zehn Jahre fast verdoppelt. Oft steht die Dauerbeschallung dem Dröhnen eines startenden Düsenjägers in nichts nach. Umweltschützer haben vier besonders penetrante Krachmacher ausgemacht. Ihre Forderung: konsequente Verbote und Begrenzungen.
Ursache 1: Sonar
Minensuchboote, Flugzeugträger, Zerstörer – Militärschiffe wie diese suchen das Meer ständig nach Hindernissen oder feindlichen U-Booten ab. Sie setzen auf hoch entwickelte Sonarsysteme, die gigantische Reichweiten entwickeln. Besonders Tiefschallanlagen sorgen für Unruhe – eine Distanz wie zwischen Moskau und München überbrücken sie spielend. Dabei entstehen oft Lärmpegel jenseits der 200-Dezibel-Grenze. Zum Vergleich: Schon 120 Dezibel genügen, um bei Menschen in kürzester Zeit Gehörschäden hervorzurufen.
Ursache 2: Airguns
Unermüdlich forschen Öl- und Gaskonzerne in den Ozeanen nach neuen Rohstoffvorkommen. Ihre wichtigste Waffe im Kampf um neue Fördergebiete sind Airguns (engl.: „Luftgewehre“), die den Meeresboden mit Druckluft beschießen. Hochsensible Messgeräte analysieren das Echo dieses Stakkatofeuers – es entlarvt besonders attraktive Bohrgebiete. Neben dem unerträglichen Krach haben Airguns eine weitere Nebenwirkung: Der hohe Druck kann Wale töten – wenn sie in die Schussbahn einer Airgun geraten, drohen schwerste Verletzungen.
Ursache 3: Explosionen
Ein gnadenloses Bombardement erschüttert die Ruhe der Ozeane: Fossile Brennstoffe sind unter gewaltigen Gesteinsmassen verborgen, die mit tonnenschweren Sprengladungen aus dem Weg geräumt werden. Im Anschluss toben sich noch lärmende Schwimmbagger und knatternde Bohrer aus. Wenn nicht gerade das Militär neue Waffen oder gar Atombomben unter Wasser in die Luft jagt, sorgen außerdem Wissenschaftler mit explosiven Schallexperimenten für Rabatz. Ein solch rapider Lärm-anstieg ist für Meeresbewohner besonders schwer zu verkraften.
Ursache 4: Schiffsverkehr
Das Schiff ist der Lastesel der Globalisierung. Kolossale Ladungen von 150 000 Tonnen müssen mit gewaltigen Maschinen in Bewegung gesetzt werden. Über Schiffspropeller, Motoren und die Außenhaut des Schiffes werden dabei jede Menge tiefe Geräusche aufs Wasser übertragen. So schließt sich der Kreis zum CO2-Effekt. Denn neben dem Schiffsverkehr nimmt auch die Luftverschmutzung global gesehen immer weiter zu. Die Lärmbelästigung durch Schiffe wird also weiter ansteigen.

























