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Wissenschaft & Technik
Wieso vergeht der Appetit im All?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Keine Sorge, das ist nur vorübergehend, aber Astronauten berichten immer wieder von dem Phänomen, das Diätwillige vor Neid erblassen lässt: Im All angekommen, kriegen sie kaum mehr einen Bissen runter.
Es liegt weder an der Aufregung noch an der Weltraumkost, die mit gefriergetrockneten Makkaroni und Eis in Pulverform etwas gewöhnungsbedürftig ist. Vielmehr ist es die Schwerelosigkeit selbst, die ihnen auf den Magen schlägt– und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.
Anders als auf der Erde sammeln sich im All die Körperflüssigkeiten nicht mehr in erster Linie in den Beinen, sondern verteilen sich gleichmäßig in Ober- und Unterleib. Dadurch wird die Lage und die Form der Organe geringfügig verändert, vermuten die Wissenschaftler, die sich mit Weltraumphysiologie beschäftigen. Im Falle des Magens ist die Folge, dass sich das Sättigungsgefühl schneller einstellt.
Doch damit nicht genug: Weil mehr Flüssigkeiten in den Oberkörper gelangen, schwellen die Schleimhäute der Astronauten an – so, als hätten sie Schnupfen. Dadurch lässt das Geruchs- und Geschmacksempfinden nach, und das Essen schmeckt fad. Ein weiterer Grund, weniger herzhaft zuzulangen.
Aus diesen Gründen nehmen Astronauten im All täglich etwa 20 Prozent weniger Kalorien zu sich als notwendig. Das ist eigentlich nicht gut, denn der Kalorienbedarf ist eher höher als auf der Erde, weil Stoffwechsel und Kreislauf unvermindert auf Trab gehalten werden müssen und täglich mindestens zwei Stunden Sport anstehen, um damit dem Muskel- und Knochenschwund entgegenzuwirken.
Glücklicherweise verfliegt bei den meisten Astronauten die Zurückhaltung nach einigen Tagen, wenn sich der Körper an die neuen Gegebenheiten gewöhnt hat.

























