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Wieso nimmt eine Tiermutter ihr Kind nicht an?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Jeder kennt Knut als putziges »Kleinkind«. Doch kurz nach der Geburt war ein mutterloses Bärchen mit sehr geringen Überlebenschancen.
Der Fall »Knut« gehört zu den größten Mediensensationen des Jahres, doch die Geschichte dahinter ist gar nicht so ungewöhnlich. Der kleine Eisbär wurde nach seiner Geburt im Berliner Zoo von der Mutter nicht angenommen. Unterkühlt und ausgehungert wurde er schließlich von Hand aufgezogen und überlebte. Doch egal ob bei Bären, Gorillas, Elefanten oder Mäusen, immer wieder spielen sich im Tierreich solche Tragödien ab, ganz besonders bei Tieren in Gefangenschaft.
Wissenschaftler machen eine ganze Reihe von Faktoren fürs Ausbleiben einer stabilen Mutter-Kind-Bindung verantwortlich. Entscheidend ist die sensible Phase kurz nach der Geburt: Wird der Mutterinstinkt jetzt nicht ausgelöst, bleibt das Junge seiner Mutter dauerhaft fremd. Beispiele für mögliche Störfaktoren: Die Tiermutter ist durch eine besonders schwere Geburt traumatisiert, sie ist unterernährt oder wird in der Zeit der »Nestruhe« immer wieder aufgescheucht.
Besonders hoch ist das Risiko bei unerfahrenen Müttern, also Weibchen, die ihre ersten Jungen gebären. Speziell bei Zootieren kommt eine weitere mögliche Ursache dazu: Anders als Wildtiere, die in einem großen Rudel leben, haben die meist in Minigruppen gehaltenen Zootiere keine Möglichkeit, sich das Muttersein schon vor ihrer ersten eigenen Trächtigkeit »abzuschauen«. Ein echtes Problem. Denn die »Handaufzucht« der Jungen durch den Menschen ist sehr umstritten. Grund: Tiere, die mutterlos aufwachsen, können sich meist nicht mehr in einen Sozialverband integrieren. Anders als im Fall des wertvollen kleinen Eisbären werden solche Neugeborene dann nicht selten getötet.
Einen möglichen Ausweg, zumindest für Kamele, zeigte der Kinohit »Das Weinende Kamel«. In der mongolischen Erfolgsdoku verstößt eine Kamelmutter nach einer besonders schweren Geburt ihr Neugeborenes. In ihrer Not erinnern sich die Nomaden an ein uraltes Ritual: Ein Musiker soll die Kamelmutter mit den Klängen seiner Geige anrühren und ihr Herz erweichen. Das Wunder geschieht: Der Kamelmutter rinnt eine große Träne herunter, und sie lässt ihr Junges trinken.























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