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Geschichte & Politik
Wieso gibt es zweimal Mazedonien?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Die junge Republik Mazedonien sucht nach internationaler Anerkennung. Bundespräsident Köhler war im April zu Besuch.
Es war einmal ein mächtiges Königreich, das einen der größten Männer der Weltgeschichte hervorbrachte. Sein Name: Makedonien (oder Mazedonien); sein berühmtester Spross: König Alexander der Große. Seine Blüte erreichte dieses Reich vor 2300 Jahren, und seitdem ist sein Name nie wieder von der Landkarte Europas verschwunden, obwohl seine Grenzen und seine Bewohner im Lauf der Geschichte immer wieder wechselten.
Mal war Mazedonien eine altrömische Provinz, dann ein Teil des Osmanischen Reichs. Und schließlich blieb der Name im Nordosten des heutigen Griechenlands für eine große Provinz, bestehend aus West-, Zentral-, Ostmakedonien und Thrakien. So weit so gut. Dann aber machte sich 1992, gemeinsam mit vielen anderen »Zerfallsprodukten« des Staates Jugos-lawien, eine Republik selbständig, die sich Mazedonien nannte. Besser gesagt: nennen wollte. Das kleine Land ( Hauptstadt: Skopje) war damit in ein riesiges Fettnäpfchen getreten.
Der südliche Nachbar Griechenland hält die Namensgebung für kulturellen Raub an Griechenlands Geschichte. Zwar gehört der südliche Teil dieser Republik Mazedonien zweifelsfrei zum historischen Königreich Makedonien, aber eben nur der südliche Zipfel. Außerdem seien, so sagen die Griechen, die meist serbischen Bewohner der jungen Republik keine legitimen Erben der alten Mazedonier, da die Slawen erst im 6. Jahrhundert nach Christus auf den Balkan eingewandert sind.
Die Regierung von Mazedonien ihrerseits führt modernere Argumente ins Feld: Gibt es in Europa nicht auch ein Großherzogtum Luxemburg und trotzdem eine belgische Provinz Luxemburg? Warum soll im Osten Europas nicht gehen, was im Westen niemanden juckt?
Der Streit zwischen den zwei Nachbarstaaten erreichte 1995 einen ersten Höhepunkt. Mazedonien hatte sich als nationales Symbol ausgerechnet den »Stern von Vergina« erwählt, das Zeichen der Königsdynastie Alexanders des Großen. Zwar hat Mazedonien auf seiner Flagge inzwischen einen Stern mit nur noch acht statt 16 Strahlen – dennoch ist der Streit eskaliert. Grund: Die Republik Mazedonien möchte gerne in die EU und die Nato aufgenommen werden, Griechenland sperrt sich, solange sich die Republik nicht einen anderen Namen gibt, etwa Republik Skopje. Inzwischen sitzen die Streithähne immerhin am Verhandlungstisch, doch eine Lösung war bei Redaktionsschluss noch nicht gefunden.

























