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Psychologie & Gesundheit
Wie wird Übergewicht definiert?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Für Schlankheitsfanatiker fängt Übergewicht schon an, wenn sie nicht mehr in ihre XS- Jeans passen. Doch aus medizinischer Sicht ist superdünn ebenso wenig erwünscht wie dick.
Ernährungsforscher und Ärzte sind sich keineswegs einig darüber, wann »dick« eigentlich beginnt. Immerhin existieren heute drei Formeln, mit denen sich Übergewicht bestimmen lässt – alle drei haben allerdings ihre Grenzen. Die älteste Formel ist der Broca-Index (nach dem französischen Arzt Paul Broca). Für Männer gilt danach als Normalgewicht: Körpergröße in Zentimetern minus 100, bei Frauen werden zusätzlich zehn Prozent abgezogen. Beispiel: Normalgewichtig ist eine Frau, die bei einer Größe von 1,65 Meter 58,8 Kilogramm wiegt. Nachteil dieser Methode: In der Praxis zeigt sich, dass der Broca-Index Menschen unter 1,70 Körpergröße oft als zu dick einstuft, für große Menschen dagegen rechnet er zu günstig.
Abgelöst wurde der Broca-Index unter Fachleuten inzwischen vom Body Mass Index (BMI). Er wird ebenfalls mit einer Rechenformel bestimmt: Das Körpergewicht wird geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. Beispiel: Ein Gewicht von 56 Kilo bei einer Größe von 1,70 ergibt: 56 geteilt durch 1,7 mal 1,7 = BMI 19,38. Nach WHO-Bestimmungen sind Menschen mit einem BMI von mehr als 25 übergewichtig; liegt der Wert über 30, spricht man von Fettleibigkeit.
Auch der BMI wird von Experten oft kritisiert: Die Schwellenwerte von normal zu dick oder zu fett seien willkürlich und zu wenig individuell. Und vor allem: Die Berechnung berücksichtige nicht den Unterschied zwischen Muskelmasse und Fett. So könne ein durchtrainierter Sportler, der kaum ein Gramm Fett aber viel Muskelmasse aufweise, danach als »übergewichtig« eingestuft werden.
Für mehr Klarheit in dieser Frage wird inzwischen die Berechnung des Taille-Hüften-Quotienten eingesetzt. Mediziner sind nämlich überzeugt: Wie viele Pfunde die Waage zeigt, sagt letztendlich wenig darüber aus, ob man noch ein »gesundes« Gewicht hat. Denn schädlich für die Gesundheit (Herz-Kreislauf und Stoffwechsel!) sei nur die Masse an Körperfett, die sich im Bauchraum eingenistet hat.
Berechnet wird der »Rettungsring« mit der Formel: Taillenumfang geteilt durch Hüftumfang. Der Quotient sollte bei einer Frau nicht mehr als 0,85, bei einem Mann nicht mehr als 1,0 betragen. Nachteil dieser Methode: Sie berücksichtigt nicht das Alter – jenseits der fünfzig gehen alle Menschen ein wenig in die Breite, auch ohne unbedingt an Fett zuzulegen.
Noch etwas: Das Argument so mancher Übergewichtiger »Ich habe eben schwere Knochen« ist mit Vorsicht zu genießen – der Anteil des Skeletts am Gesamtgewicht liegt nur irgendwo zwischen zehn und fünfzehn Prozent.
























