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Geschichte & Politik
Wie viele Tote hat der Anschlag auf das World Trade Center wirklich gefordert?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Die offiziellen Zahlen sind schon erschreckend genug: Durch die Terroranschläge auf das New Yorker World Trade Center vor sieben Jahren starben 2994 Personen, die 24 Vermissten nicht mitgezählt.
Mit den Jahren kristallisiert sich jedoch eine ungleich höhere Opferzahl heraus. Denn: Immer noch sterben Menschen an den Spätfolgen des Attentats; ihre Zahl geht in die Zehntausende. Zu spät hat man damals die Auswirkungen der gigantischen Staubwolke erkannt, die nach dem Zusammenbruch der Türme den New Yorker Himmel verdunkelte. In den Tagen nach der Katastrophe war die Luft ein einziges Gemisch aus giftigen und schädlichen Stoffen: „Hunderte Tonnen von Asbest, PCB, Cadmium, Thallium, riesige Mengen von Dioxin, 60 000 Liter brennendes Flugbenzin, Blei, Tausende Tonnen Glassplitter“, zählt Opferanwalt David Worby auf.
Bei ihm melden sich jede Woche bis zu hundert neue Klienten, denen die Giftwolke die Gesundheit ruiniert hat. Betroffen sind neben den Anwohnern die rund 40 000 Helfer bei den Rettungs- und Aufräumarbeiten. Fast jeder Dritte hat heute eine kaputte Lunge. Weitere Folgeerscheinungen sind Schilddrüsenkrebs und Sarkoidose, um nur die wichtigsten Beispiele zu nennen. Sarkoidose sorgt für eine gefährliche Knötchenbildung an lebenswichtigen Organen.
Der eigentliche Skandal ist, dass viele Spätfolgen vermeidbar gewesen wären: Die Regierung hätte die Bevölkerung sofort warnen müssen. Stattdessen gab es Durchhalteparolen von Bürgermeister Giuliani, der selber so gut wie nie mit Atemschutzmaske vor die Kameras trat. Eine solche hätte vielen Menschen das Leben gerettet – vielleicht auch der Rechtsanwältin Felicia Dunn Jones. Sie starb fünf Monate nach den Anschlägen an Sarkoidose und war die Erste, bei der bewiesen werden konnte, dass ihr Tod eine unmittelbare Folge der staubverseuchten Luft war.

























