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Wissenschaft & Technik
Wie viele Sterne sind mit bloßen Augen erkennbar?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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In einer lauen Sommernacht auf der Wiese oder am Strand liegen und senkrecht nach oben schauen – wenn die Sichtbedingungen ideal sind, kann man bis zu 3000 Sterne erkennen. Die meisten davon befinden sich im breiten, hellen Band der Milchstraße, das sich quer über das Firmament wölbt. Auf der anderen Seite der Erdkugel sind ungefähr noch mal so viele Sterne sichtbar, insgesamt also an die 6000.
Der nächste dieser Sterne, Proxima Centauri, ist 4,2 Lichtjahre entfernt, der Sternenhaufen der Plejaden ist schon um die 375 Lichtjahre entfernt, und einer der weitesten, von der Erde gerade noch einzeln sichtbaren Sterne, ist der Riesenstern Eta Carinae. Er ist 7000 bis 10000 Lichtjahre entfernt und nur deshalb zu erkennen, weil er eine über hundertmal größere Masse als unsere Sonne hat und fünf Millionen-Mal heller strahlt.
Allerdings gibt es kaum noch Orte auf Erden, die wirklich genügend gute Bedingungen bieten, um Eta Carinae oder ähnlich schwache Lichtpunkte noch zu identifizieren. Man muss sich schon mitten in der Wüste, am Nord- oder Südpol hinlegen, oder auf ein Floss im offenen Meer – dort wo weit und breit keine irdische Lichtquelle stört und die Luft klar und ruhig ist. Darum steht zum Beispiel das größte Observatorium der Welt, das Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte, in der knochentrockenen Atacama-Wüste in Chile auf dem über 2500 Meter hohen Berg Paranal. Wer von dort ins All schaut, wähnt sich mittendrin im Meer der Sterne.
In den bevölkerten Erdteilen dagegen sieht es ganz anders aus. Am Nachthimmel einer mitteleuropäischen Großstadt lassen sich kaum mehr als hundert Sterne ausmachen, weil die Umgebung hell beleuchtet ist und fast alle Quellen auch nach oben scheinen. In New York ist es am schlimmsten: Dort ist in der Regel kein einziger Stern mehr zu erkennen. „Lichtverschmutzung“ nennen Astronomen dieses Phänomen.
Um dies mehr einzudämmen, haben sie auf der letzten Generalversammlung der Internationalen Astronomischen Union im vergangenen Jahr in Rio de Janeiro gefordert, zumindest Straßenlaternen mit Blechen nach oben abzuschirmen und weniger grelle Lampen zu verwenden. Milliarden Menschen auf der Welt können die Milchstraße mit bloßem Auge nicht mehr sehen“, sagt Augusto Daminelli von der Universität Sao Paulo. „Der Sternenhimmel sollte aber als Kulturerbe der Menschheit erhalten bleiben.“

























