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Wissenschaft & Technik
Wie viel Schrott kreist um die Erde?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Nach 86000 Erdumkreisungen in 15 Jahren stürzte die russische Raumstastion MIR am 23. März 2001 um 7 Uhr MEZ aus ihrer Umlaufbahn in die Erdatmosphäre – ein gezielt herbeigeführter Absturz, um die Mission zu beenden – und hinterlässt dabei jede Menge Schrott im Orbit.
Europas Weltraumbehörde ESA schätzt, dass mindestens 600000 Schrottteile mit einem Durchmesser von mehr als einem Zentimeter durch unseren Orbit rasen. Wenn Verliebte hoch zum Nachthimmel blicken und beim Anblick einer Sternschnuppe ewige Liebe schwören, ahnen sie manchmal nicht die wahre Ursache des Feuerspiels am Firmament: Neben funkelnd verglühenden Meteoriten gehen Trümmerteile von Raketenstufen, verlorene Schraubenzieher oder herrenlos umhertreibende Bolzen beim Eintritt in die Erdatmosphäre in Flammen auf.
Der Müll im All ist das unerwünschte Überbleibsel zahlreicher Weltraummissionen und legt sich wie ein Abfallschleier um die Erde. Diese kosmische Müllkippe hat ein enormes Zerstörungspotenzial: Bei üblichen Geschwindigkeiten von mehreren Kilometern pro Sekunde entfalten selbst kleine Teile beim Aufprall Energien, die denen einer Handgranate in nichts nachstehen.
Experten warnen in diesem Zusammenhang seit Langem vor einem sogenannten Kaskadeneffekt: Die hohe Schrottdichte in manchen Bereichen des Orbits lässt bereits jetzt regelmäßig Müll mit Müll kollidieren. Große Trümmer zerfallen dabei in immer kleinere Teile – die Gefahr für Raumschiffe und Satelliten wächst also auch ohne neuen Schrott ständig. Weil sich eine kosmische Müllabfuhr derzeit aus Kostengründen nicht realisieren lässt, soll zumindest neuer Abfall vermieden werden.
Im Idealfall werden Satelliten deshalb heute so in der Umlaufbahn platziert, dass sie am Ende ihrer Lebensdauer allmählich an Höhe verlieren und schließlich von selbst im Orbit verglühen.
Fragt Rüdiger Ratdke per E-Mail

























