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Wissenschaft & Technik
Wie sicher ist der Lügendetektor?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit soll er ans Licht bringen – der Lügendetektor. In halbseidenen Talkshows wird gerne damit rumgespielt, und die Kandidaten werden mit Fragen wie „Haben Sie Ihre Frau (Ihren Mann) betrogen?“ in Verlegenheit gebracht.
Wahr ist: Sie können tapfer lügen, ohne dass der Lügendetektor (auch Polygraf genannt) Ihnen auf die Schliche kommt. Man muss allerdings wissen, wie ein Polygraf arbeitet. Das Prinzip stützt sich auf die Beobachtung, dass Menschen beim Lügen nervös werden, was sich durch beschleunigte Atmung oder Schwitzen bemerkbar macht. Ein Lügendetektor misst nun, wie sich Atmung, Blutdruck, Hautwiderstand und Puls eines Verdächtigen bei der Befragung verändern. Aufgrund dieser Messungen will man herausfinden, ob jemand lügt oder nicht.
Eine windige Sache. Hier ein Beispiel: Der CIA-Mitarbeiter Aldrich Ames verkaufte jahrelang geheime Informationen an die Sowjetunion und enttarnte so Spione. Als Ames unter Verdacht geriet, wurde er zweimal einem Lügendetektor-Test unterzogen. Laut Test war er unschuldig wie ein Neugeborener. Tatsächlich aber log er, dass sich die Balken bogen.
Ames wusste, dass man den Polygraf austricksen kann, indem man z. B. bei völlig harmlosen Fragen Ausschläge des Geräts provoziert: auf die Zunge beißen, hektisch atmen, Pobacken zusammenkneifen usw. Für die Lügen hatte Ames Entspannungstechniken gelernt – auf diese Weise brachte er den Polygraf in totale Verwirrung. Erst 1994 wurde er enttarnt und verhaftet.
Die Verteidiger des Polygrafen behaupten, sie könnten solche Manipulationen erkennen, bleiben aber den Beweis schuldig.
Fragt Reni Maurer, Triest

























