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Wissenschaft & Technik

Wie misst man Geruch?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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iStockphoto

Wenn wir im Alltag ausdrücken wollen, wie sehr uns etwas stinkt, wissen wir uns mit Vergleichen zu helfen: nasser Hund, Harzer Roller, alter Turnschuh etc.

Sehr wissenschaftlich ist das natürlich nicht. Deshalb führte der dänische Raumklimaforscher Ole Fanger in den 1980er-Jahren das Olf ein. Der Begriff ist abgeleitet vom lateinischen »Olfactus« für Geruchssinn, klingt aber auch sehr ähnlich wie der Name seines Schöpfers.

Ein Olf entspricht der Geruchsintensität eines am Schreibtisch arbeitenden Mitteleuropäers, der 0,7mal am Tag duscht, täglich die Unterwäsche wechselt und kein Knoblauch-Fan ist. Ein zwölfjähriges Kind beim Spielen hat zwei Olf, ein starker Raucher dagegen 25, ein schweißgebadeter Sportler sogar 30. Eine Marmorplatte hat lediglich 0,01 Olf, PVC- oder Linoleumboden 0,2, ein Kunstfaserteppich 0,4 und eine Gummidichtung 0,6.

Speziell geschulte Testpersonen erschnüffeln die Intensität eines Geruchs im Vergleich zu solchen genormten Geruchsquellen: Der menschliche Geruchssinn ist noch immer tausendmal besser als das modernste Gerät. Deutschlands erstes und einziges Luftqualitätslabor an der TU Berlin unterhält deshalb eine 16-nasige studentische Schnüffeltruppe.

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