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Wie lange kann man von Brot und Wasser leben?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Wasser und Brot sorgen zwar dafür, dass ein Mensch weder verhungert, noch verdurstet, aber er geht elend an einer Mangelkrankheit ein, die uns aus der alten Seefahrt bekannt ist: Skorbut. Brot liefert Kohlehydrate, etwas Eiweiß und Fett, Ballaststoffe und die wichtigen Vitamine B 1 und E, aber es enthält kein Vitamin C. Die meisten Tiere können selbst Vitamin C im Körper aus Glukose bilden, Brot wäre also für sie eine indirekte Vitamin-C-Quelle.
Der Mensch aber hat diese Fähigkeit im Lauf der Evolution verloren. Eine Diät ohne Obst und Gemüse kommt langfristig einem Todesurteil gleich. Denn Vitamin C stärkt die Widerstandskraft, spielt eine wesentliche Rolle beim Eisenumsatz, unterdrückt die Bildung schädlicher Nitrosamine im Magen, hilft bei der Bildung von Dentin in unseren Zähnen. Und: Der Organismus braucht es zur Bildung von Collagen, also jener Proteine, die unser »Gerüst« aus Knochen, Knorpeln und Bindegewebe zusammenhalten.
Bei einer strikten Wasser-Brot-Diät sind die Vitamin-C-Vorräte im Körper nach rund sechs Wochen erschöpft, schleichend setzt Skorbut ein. Seine ersten Symptome: Schwäche, Atemnot, Fieber, allgemeine Schmerzen, Zahnfleischbluten. Dann bricht der Körper buchstäblich zusammen: Das Zahnfleisch verfault, innere Blutungen setzen ein, die Glieder schwellen an.
Aus den Chroniken der Seefahrt weiß man: Die meisten Skorbut-Opfer sterben nach einigen Monaten an einer banalen Infektion. Doch das Leiden kann sich zwei oder sogar drei Jahre hinziehen, bis schließlich ein Organversagen den Tod bringt. Bei seiner Fahrt um Afrika verlor Vasco da Gama (1497/98) hundert seiner 160 Männer durch Skorbut. Erst im 18. Jahrhundert entdeckte man, dass Zitrusfrüchte die Geißel der Seefahrt verhindern können.
Fragt Steffi Meier, E-Mail

























