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Natur & Reise

Wie kommt der Leopard zu seinen Flecken?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Wie kommt der Leopard  zu seinen Flecken?Wie kommt der Leopard  zu seinen Flecken?
iStockphoto

Der Leopard (Panthera pardus) lebt vor allem in den Regenwäldern Afrikas, in Indien und Südostasien. Über sein auffälliges Fellmuster streiten sich Mathematiker aus aller Welt.

Raubkatzen haben nicht – wie so oft behauptet wird – von Geburt an alle die gleiche Fellzeichnung. Kleine Tiger kommen mit Streifen auf die Welt, Leopardenbabys mit Tupfen. Doch wie entsteht das unterschiedliche Fellmuster? Rudyard Kipling (»Das Dschungelbuch«) hatte eine klare Antwort: Als die Tiere in den Dschungel zogen, nahmen sie im Wechsel von Licht und Schatten verschiedene Farben und Muster an. Nur dem Leoparden gefielen weder Zebrastreifen noch das Netzkleid der Giraffe, sodass ihm schließlich ein Mensch schwarze Flecken auf das Fell drückte. Nett!

Doch Wissenschaftler erklären das Phänomen natürlich etwas weniger poetisch. Es sind vor allem Mathematiker, die am Fellmuster der Raubkatzen forschen: 1952 entwickelte der Brite Alan Turing ein Modell, das die Hell-Dunkel-Muster auf Tierfellen anhand des Wechselspiels von nur zwei Faktoren erklärt. Er nannte diese Faktoren »Morphogene«. Das sollen laut Turing biochemische Stoffe im Fell sein, die die Färbung schon im Mutterleib auslösen: Ein Faktor (»Morphogen«) bewirkt dabei die helle Färbung, ein anderer die dunkle.

Allerdings konnte man bis heute keine biochemischen Stoffe in Raubkatzenfellen nachweisen. Außerdem, Turing irrte sich in einem entscheidenden Punkt: Mathematiker aus Taiwan und Großbritannien haben jetzt festgestellt, dass sich das Fellmuster im Laufe des Tierlebens verändert. Das Fell eines neugeborenen Leopardens weist zunächst dunkle Flecken auf. Diese entwickeln sich später zu Ringen. Beim erwachsenen Tier sind die Ringe dann entweder durchbrochen, oder sie bekommen in ihrem Zentrum zusätzliche Punkte. Die Forscher gehen nun davon aus, dass die Punkte in zwei Phasen entstehen, und nicht, wie Turing vermutete, bereits im Mutterleib.

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