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Kultur & Gesellschaft
Wie heiß kann ein Mensch baden?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Die richtige Badetemperatur ist abhängig von vielen verschiedenen Faktoren.
Hängt ganz davon ab! Wovon? Von der persönlichen Konstitution, der Jahreszeit, den Badegewohnheiten. Dicke Menschen zum Beispiel sind generell wärmeempfindlicher als Schlanke, sie schreien unter Umständen schon »Aua«, wenn das Badewasser körperverträgliche 40 Grad Celsius heiß ist.
Noch wichtiger scheint die innere Einstellung, wenn es um warmes Wasser geht. Im Winter empfinden wir heiße Bäder als angenehm, im Sommer kann schon eine warme Dusche unerträglich heiß sein. Generell gilt: In 41 bis 42 Grad warmem Wasser halten wir es gut und gerne eine halbe Stunde lang aus, bei Temperaturen ab 45 Grad ist in der Regel Schluss mit lustig – zumindest für uns Europäer.
Die Japaner lieben es heißer, die Temperatur ihres Badewassers erreicht bis zu 48 Grad! Dabei haben die Japaner weder eine andere Haut als wir Europäer noch sind sie weniger schmerzempfindlich. Ihre Badegewohnheiten sind einfach anders. »Der Trick liegt darin, dass sie absolut regungslos im Wasser liegen«, erklärt Helmut Pratzel, Professor für Physikalische Medizin, Balneologie und Klimatologie an der Universität München.
»Dadurch kann sich direkt an der Haut eine etwas kältere Wasserschicht bilden. Der Grund: In warmem Wasser erweitern sich die Blutgefäße der Haut, sodass mehr Blut durchfließen kann, das die Wärme vom Wasser in den Körper transportiert. Direkt an der Haut ist dieser Effekt natürlich am größten. Wer sich bewegt, wirbelt das Wasser auf und zerstört die kühlende Schicht.«
Doch egal wie meditativ wir im Wasser liegen: Bei 56 Grad ist endgültig Schluss! Bei dieser Temperatur treten im Körper irreversible Schäden auf: Die Proteine werden verändert und das Gewebe zerstört. Weshalb einem Menschen, der nicht ganz bei Trost zu sein scheint, nachgesagt wird: »Der ist als Kind zu heiß gebadet worden.«

























