Eine Theorie, die nicht praktisch im Leben Anwendung finden kann, ist wertlose Gedankenakrobatik.
Die 10 großen Mysterien unserer Existenz
Der perfekte Mord ist Geschichte
Papiergeld - Das Risiko des schönen Scheins
Ausgabe
06/2012
Ausgabe
06/2012
Ausgabe
01/2011
Ausgabe
04/2011
Verlangen die Frauen heute zu viel?
Gibt es bald ein Medikament gegen das Altern?
Wann wird eine Psycho-Krise zum Trauma?
Ausgabe
05/2012
Ausgabe
02/2012
Ausgabe
02/2012
Ausgabe
01/2012
Ausgabe
05/2012
Ausgabe
03/2012
Ausgabe
03/2012
92 qualitativ hochwertige Sudokus – für Anfänger, Fortgeschrittene, Experten und Champions
Zu gewinnen: drei Qualitäts-Kochtopf-Sets!
Ausgabe
03/2012
Noch mehr Rätselspaß:
P.M. Logicals bringt Ihre grauen Zellen auf Hochtouren. Mit 45 anspruchsvollen Logik-Puzzles
Ausgabe
01/2011
Wissenschaft & Technik
Wie groß ist die Macht der Wunder?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
Hier geht's zum aktuellen Heft »
Übers Wasser gehen, fliegen, die Zukunft sehen – in Deutschland glaubt jeder Zweite daran, dass es Wunder gibt. Aber was sind Wunder? Lassen sie sich beweisen? Und vor allem: Wozu sind sie gut?
Aga, »die schwebende Jungfrau«, war die Attraktion der Berliner Varieté-Theater Ende des 19. Jahrhunderts: Der Illusionist Otto Heinemann brachte seine auf einem Tisch liegende Assistentin dazu, sich langsam in die Luft zu erheben und durch den Raum zu schweben. Dass sie nicht von Tauen hochgezogen wurde, bewies er, indem er einen Holzreif über sie hinwegzog. Und das Publikum hielt den Atem an – ein Wunder! Ein Wunder? Nein, natürlich nicht – irgend etwas ganz Natürliches und Erklärbares musste die Ursache sein. Man war ja aufgeklärt! Aber immerhin: Die Varietés waren ausverkauft, es könnte ja vielleicht doch etwas Übersinnliches dran sein an der schwebenden Aga.
250 Jahre zuvor verblüffte der Franziskanermönch Joseph von Copertino (1603 – 1663) seine Mitbrüder ein ums andere Mal mit seinen Aus-Flügen. Ein 1000-seitiges Geheimdossier des Vatikans bestätigt, dass er mindestens 70-mal vor hinlänglich vielen Zeugen durch die Luft geflogen ist, seine »Levitationen« waren Gesprächsthema Nummer eins in Südtalien. Bis Papst Innozenz X. sich genötigt sah, den frommen und sympathischen Mann in ein abgelegenes Kloster auf dem Berg Carpegna zu versetzen, damit die Aufregung sich legen konnte. Knapp hundert Jahre nach seinem Tod wurde Bruder Copertino von Papst Benedikt XIV. zuerst selig- und dann heiliggesprochen, seine Flüge auf Kirchtürme und Baumwipfel wurden als Wunder anerkannt. Seit 1963 ist der fliegende Mönch Schutzpatron der Astronauten.
Das »Wunder von Ludwigshafen« ereignete sich am 4. Februar 2008, als aus einem brennenden Wohnhaus verzweifelte Eltern ihr Kind aus dem Fenster warfen: Der Säugling flog zehn Meter in die Tiefe – und landete genau in den Armen eines Polizisten.
»Wie durch ein Wunder – so heißt es dann immer in den Nachrichten«, sagt Dr. Günter Röhser, Professor für Neues Testament an der Uni Bonn, »und gemeint ist damit das Spektakuläre, Faszinierende und Außergewöhnliche.« – »Ein Ruch des Populären hängt den Wundern heute an«, stellt Dr. Lorraine Daston, Direktorin des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte in Berlin, fest. »Sie erfreuen immer noch, aber sie stürzen keine Regimes und unterwandern keine Religionen mehr. Wir leben in einer von Wundern gesättigten Welt.«

























