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Natur & Reise

Wie grün ist der »grüne Hügel«?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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iStockphoto

Richard Wagner höchstpersönlich wählte diesen Namen für den Platz, an dem er sein Festspielhaus bauen ließ. Die »Villa Wesendonck« über Zürich ist das Vorbild für den »grünen Hügel« in Bayreuth.

Alle Jahre wieder: Auch jetzt pilgern wieder Wagner-Fans und Promis auf den Hügel, der zu einem Wahrzeichen der Stadt Bayreuth und der Musikbegeisterung schlechthin wurde. Zwar ist das Wagner-Festspielhaus von schönen Bäumen umsäumt und die gepflegten Beetanlagen verleihen dem Ensemble ein »grünes« Flair – doch mit den gärtnerischen Bemühungen rund ums Opernhaus hat der Name »grüner Hügel« nichts zu tun.

Als Wagner das Grundstück 1872 von den Bayreuther Stadtvätern kostenlos zur Verfügung gestellt bekam und den Ort spontan »mein grüner Hügel« nannte, bezog er sich auf eine besonders glückliche Phase in seinem Leben. Von 1852 – 1858 war er Dauergast des reichen Kaufmanns Otto Wesendonck, residierte in dessen Anwesen auf einem Hügel über der Stadt Zürich – dem »grünen Hügel«, wie dieser seit Urzeiten genannt wurde.

Wagner komponierte dort Teile seiner Opern »Tristan und Isolde« und »Die Nibelungen« und verehrte schwärmerisch die schöne Frau seines Gastgebers: die Dichterin Mathilde Wesendonck. Für sie vertonte er Gedichte (die »Wesendonck-Lieder«) und fand sich jeden Abend zu gemeinsamen Träumereien am Flügel ein. Die Idylle endete abrupt, als Wagners damalige Ehefrau Minna mit einer Eifersuchtsszene alles kaputt gemacht hatte.

Die Liebe zu der Zeit auf dem Hügel aber konnte Madame nicht zerstören – Wagner baute sich zur Erinnerung daran seine eigene »Hügelwelt«. Der ursprüngliche grüne Hügel (in Zürich) ist heute übrigens ein öffentlicher Park, der zu den schönsten der Schweiz gezählt wird.

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