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Psychologie & Gesundheit
Wie gesund ist Schärfe?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Frauen im indischen Bundesstaat Orissa, bei der Chili-Ernte. Ursprünglich kommen die kleinen »Scharfmacher« aus Mexiko, portugiesische Seefahrer brachten sie nach Indien.
Sie tragen klangvolle Namen wie »Schmerz ist gut« oder »100 Prozent Qual«. Sie sind klein, rot und erfreuen sich einer großen Fangemeinde, deren Mitglieder sich »Chiliheads« (Chiliköpfe) nennen. Aber die kleinen Schoten, die botanisch zu den Beerenfrüchten zählen, sind nicht nur scharf, sie sind auch sehr gesund.
Die Gattung Capsicum, die in hoher Konzentration genossen laufende Nasen und tränende Augen beschert, kommt ursprünglich aus Südamerika. Schon die Ureinwohner wussten um ihren medizinischen Nutzen und behandelten damit Zahnschmerzen und Arthrose.
Die charakteristische Schärfe ist übrigens ein Abwehrmechanismus der Pflanze, um sich vor Fressfeinden zu schützen. In der Regel reicht Säugetieren eine Kostprobe davon, um nach weniger feurigen Futterquellen Ausschau zu halten. Heute werden die heilenden Kräfte des Chili in der Medizin besonders bei Rheumaerkrankungen und Hexenschuss eingesetzt, zum Beispiel gehört Chili zu den Wirkstoffen im bewährten ABC-Pflaster.
Aber auch bei anderen Beschwerden wie Migräne oder Gürtelrose werden capsaicinhaltige Produkte verwendet. 2006 zeigten Versuche, dass hohe Dosen des Stoffes bei Mäusen Prostatakrebszellen abtöten. Zudem wirkt die Schote antibakteriell und konservierend. Ein Grund, warum in heißen Ländern so viel davon gegessen wird: Mit Chili versetzte Lebensmittel verderben nicht so schnell.
Ein Experiment an der spanischen Universität von Saragossa zeigte: Frisches Burgerfleisch verdirbt bei 20 Grad Raumtemperatur nach vier Tagen, mit Chili versetzt hält es sich vier Mal so lang. Auch Salmonellen lassen sich mit den kleinen Schoten besser in Zaum halten: Bei einem Versuch an der Virginia Tech University gab es »pikantes« Hühnerfutter (Vögel schmecken die Chili-Schärfe nicht).
Danach wurde das Federvieh einer hohen Salmonellenkonzentration ausgesetzt. Die Chili-Hühner infizierten sich nur halb so oft mit Salmonellen wie ihre normal ernährten Artgenossen. Wenn Sie das nächste Mal also ein Chili con Carne kochen: Greifen Sie tief ins Gewürzregal. Keine Angst! Profis wissen: Chili essen ist auch Trainingssache.

























