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Geschichte & Politik
Wie erotisch ist der Cosel-Gulden?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Man muss schon sehr genau hinschauen, um das zu sehen, was die Zeitgenossen des sächsischen Kurfürsten August des Starken (1670–1733) auf dem silbernen Taler erkennen wollten: die Vagina seiner Mätresse, der Gräfin Cosel. Schnell hatte das Geldstück, geprägt zwischen 1705 bis 1707 (andere Quellen sagen: bis 1711), seinen Namen beim Volk weg: Cosel-Gulden.
Die Vorderseite der Münze zeigt August den Starken im Profil, die Rückseite zwei Wappen – das kursächsische und das polnische. (Der für seinen Kunstsinn, seine barocke Lebensfreude und seine Amouren berühmte Staatsmann war gleichzeitig Kurfürst von Sachsen und König von Polen.) An der Stelle, wo die zwei Wappen sich überschneiden, entsteht tatsächlich das Bild eines dreieckigen Schamhügels über einer Vagina.
Die Prägung der Münzen mit erotischem Geheimcode geht der Legende nach auf eine Wette des Monarchen mit seiner Mätresse zurück. (Etwa: »Wetten, dass ich deine intimsten Regionen auf unsere Münzen prägen lassen kann.«) Neben den offiziellen Geldstücken sind in der Numismatik (Münzkunde) auch Cosel-Dukaten bekannt: keine Geldstücke, sondern goldene und silberne Marken mit erotischen Darstellungen, die an sächsischen Spieltischen eingesetzt wurden.
Der Eindruck, den Anna Constantia Cosel auf ihre Zeitgenossen gemacht hat, war offensichtlich nachhaltiger als ihr Einfluss auf den königlichen Geliebten. Nachdem sich dieser in eine junge polnische Adlige verliebt hatte, ließ er die Cosel nach zehn gemeinsamen Jahren und mehreren gemeinsamen Kindern auf Burg Stolpen inhaftieren. Dort blieb sie bis zu ihrem Tod, 1765. Davon 32 Jahre (!) freiwillig. Nach dem Tod des Königs hatte man es ihr freigestellt, die Burg zu verlassen. Sie blieb.

























