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Wissenschaft & Technik
Wie erkennt man das Alter von Mumien?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Wir alle haben radioaktive Strahlung in uns, die nach unserem Tod über einen Zeitraum von mehreren tausend Jahren zerfällt. Mit einem Massenspektrometer kann sie gemessen und so das Alter einer Mumie mit einer Genauigkeit von 50 Jahren bestimmt werden.
Das Verfahren (Radiokarbonmethode, auch C-14-Methode genannt) klingt einfach, ist aber ziemlich aufwendig. Um den Zerfall zu ermitteln, untersucht man den Anteil von bestimmten Kohlenstoffatomen (C), der durch den Zerfall kontinuierlich abnimmt. Je weniger Kohlenstoffatome, desto älter ist die Leiche.
Für die Analyse muss zunächst der Kohlenstoff aus den Knochen gewonnen werden. Anschließend wird er auf Kupferplättchen gepresst und in einem turnhallengroßen Teilchenbeschleuniger mithilfe eines Massenspektrometers untersucht. Mit dieser Methode lässt sich auch das Alter von Knochenfunden aus der Steinzeit, Fossilien oder anderen archäologischen Funden gestorbener Lebewesen feststellen.
Der Züricher Physiker Georges Bonani erklärt dazu: „Jedes Lebewesen nimmt aus der Luft das instabile C-14-Isotop auf, das radioaktiv ist und mit einer Halbwertzeit von 5730 Jahren zerfällt. Lebewesen reichern es in ihrem Körper an und ersetzen durch Neuaufnahme stets den zerfallenen Anteil. Stirbt jedoch das Lebewesen, kann das C-14 nur noch zerfallen – es fehlt der Nachschub. Als Forscher muss man also den C-14-Anteil ermitteln und erhält somit das Alter eines Menschen, Tieres oder einer Pflanze.“
Neben den physikalischen Untersuchungen wird natürlich auch der archäologische Zusammenhang einer Mumie überprüft, also zum Beispiel die Gestaltung des Sargs, Grabbeigaben oder die Art der Mumifizierung – all dies gibt Aufschluss über die Epoche, aus der die Mumie stammt (Das Wort „Mumie“ ist übrigens abgeleitet vom arabischen „Mumia“ – damit wurde das schwarze Erdpech bezeichnet, das man zur Heilung von Krankheiten benutzte).
Zur Klärung der Todesursache werden neben DNA-Untersuchungen auch Röntgenstrahlen und die Computertomografie eingesetzt. Das ermöglicht, die Mumie genau zu durchleuchten, ohne sie auswickeln zu müssen. Nicht immer gelingt ein genauer Befund: Trotz zahlreicher Untersuchungen konnte man bis heute die Todesursache Tutanchamuns nicht herausfinden.
Werden auch heute noch Menschen mumifiziert?
In den USA bieten findige Geschäftleute zum Preis von 60000 Euro Einbalsamierungen an. Eine Firma in Lake City zum Beispiel behandelt den Körper nach dem Tod mit Formaldehyd, das die tote Haut rosig aussehen lässt. Allerdings ist bisher noch keiner der rund 150 Kunden, die schon bezahlt haben, gestorben.

























