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Wie erkennt das Gehirn einen Witz?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Diese Frage kann man selbst beantworten – wenn man genau beobachtet, wie man auf die Erzählung eines Witzes reagiert. Zum Beispiel auf diesen: »Was hat vier Beine und einen Arm? Ein glücklicher Pitbull.«

Forscher, die sich mit Humor beschäftigen, haben herausgefunden: Witze beruhen auf einem Überraschungsmoment. Zunächst wird der Zuhörer auf eine falsche Fährte gelockt. Der Pitbull-Gag wird erst klar, wenn man dem Wort »haben« eine zweite, nicht so naheliegende Bedeutung zuordnet: »im Maul haben«. Das ist der Geistesblitz, der uns den Witz neu interpretieren und verstehen lässt. Sigmund Freud nannte dieses Moment »Verblüffung und Erleuchtung«.

Doch wie kommt dieser Geistesblitz zustande? Mit bildgebenden Verfahren haben Wissenschaftler die Hirnaktivitäten von Menschen beim Witzehören beobachtet. Unser Gehirn funkt dabei Alarm wie vor einem Kurzschluss. Während wir uns fragen, warum ein Pitbull einen Arm haben soll, feuern zahlreiche Netzwerke gleichzeitig auf Hochtouren. Im linken Stirnlappen leuchten Areale auf, die Sprache und Bedeutung entschlüsseln.

Große Netzwerke des Stirn- und Scheitellappens rufen aus dem Langzeitgedächtnis Assoziationen ab: Was zeichnet einen Pitbull aus? Er hat vier Beine, kann Menschen angreifen und im Extremfall Körperteile abtrennen. Das Entscheidende passiert dann im Areal, das Stirn- und Scheitellappen verbindet. Dieser Hirnbereich ist für das Zusammenführen von Informationen zuständig, wie Forscher von der Schweizer Universität Freiburg jüngst gezeigt haben. Hier werden scheinbare Widersprüche aufgelöst: »Haben« kann auch »im Maul haben« heißen. In dem Moment geht uns ein Licht auf. Nun schütten tiefer gelegene Belohnungsareale reichlich Dopamine und Endorphine aus. Je größer der Aha-Effekt, desto mehr Glückshormone fließen.

Dieses emotionale Hochgefühl lässt uns lachen. Dieselben Belohnungsareale aktiviert das Gehirn übrigens auch bei einem schmackhaften Essen oder beim Sex. Ein guter Witz ist für unser Gehirn also offenbar ebenso viel wert wie die Erfüllung existenzieller Grundbedürfnisse.

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