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Kultur & Gesellschaft
Wie bekommen Fußballer ihre Rückennummern?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Für den Zuschauer war es früher nicht leicht, während eines Fußballspiels den Überblick zu behalten. Wer da gerade stürmte oder foulte, blieb oft ein Rätsel, denn es gab noch keine Nummerntrikots.
Findige Profispieler versuchten diesem Manko abzuhelfen, indem sie sich mit bunten Accessoires schmückten. So war Ende des 19. Jahrhunderts der Brite Chas Campell für seine rot-weiß-schwarzen Socken bekannt, während Kicker Charles William Alcock auf eine blau-weiß-karierte Kappe schwor. Erst 1939 gab es international anerkannte Trikots mit Ziffern von 1 bis 11. Die Deutschen führten die Nummerierung der Spieler 1948 ein.
Anders als heute, wo man aus Rücksicht auf die Marotten der Vereinsspieler auch mal bunt durcheinander nummeriert oder Zahlen über 11 zulässt, verlief die Nummernvergabe viele Jahre hindurch streng nach Schema F: Die 1 für den Torwart, die rechten und linken Verteidiger bekommen 2 und 3; Nummer 4 und 6 sind für die rechte und linke Laufarbeit zuständig, Nummer 5 fungiert als Mittelläufer, 7 und 11 sind für Rechts- und Linksaußen verantwortlich.
Halbgestürmt wird rechts- und links mit Nummer 8 und 10. Die 9 bleibt für den Mittelstürmer. Viele Spieler sprechen ihren Nummern geheime Kräfte zu. So gilt die 10 als kreativ, die 9 als torgefährlich. Bei manchen herausragenden Spielern wird nach deren Weggang die Nummer gesperrt: Franco Baresis 6 beispielsweise wird beim AC Mailand nicht mehr vergeben.
Auch Bayern München erwägt, Oliver Kahns Nummer 1 zu sperren. Manchmal führen die Lieblingszahlen der Spieler – zum Beispiel beim Wechsel zu einem anderen Verein – zu regelrechten Krisen. Inter Mailands Stürmer Iván Zamorano wusste sich allerdings zu helfen, als er 1997 seine 9 an Ronaldo abtreten musste.
Als Ersatz suchte er sich die Nummer 18 aus und klebte zwischen die 1 und die 8 ein kleines Plus, um seiner 9 wieder nahe zu kommen. Diese Haltung hätte dem griechischen Mathematiker Pythagoras wohl gefallen, der sich dereinst sicher war: „Die Zahl ist das Wesen aller Dinge.“

























