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Natur & Reise
Wie angesagt ist das Reiseziel Nordpol?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Die Anreise ist teuer und manchmal unbequem. Trotzdem besuchen etwa 1000 Touristen jährlich den Scheitelpunkt der Erde.
Besonders beliebt ist die Frühmaschine London Longyearbyen/Spitzbergen, von dort geht es nach Barneo im grönländischen Packeis, Ankunft mittags. Dann per Hubschrauber zum Punkt 90. Längengrad, genannt Nordpol. Ein Stündchen Fotos machen, zurück nach Barneo, abends wieder in London. Kosten: Zwischen 12000 und 20000 Euro, je nach Reiseveranstalter und Flugklasse. Diese Tour tun sich aber nur die wenigsten an. Die meisten der tausend Touristen, die pro Jahr mit einem der beiden russischen Reiseveranstalter einen Kurztrip zum Nordpol machen, bleiben mehrere Tage.
Barneo liegt 1000 Kilometer nördlich von Spitzbergen, auf halbem Weg zwischen dem Nordkap und dem Nordpol. Das sind zweieinhalb Stunden Flugzeit in einer 50 Jahre alten russischen Antonov 74, dem einzigen Flugzeug, das dort verkehrt. Barneo ist eigentlich ein Basislager für Polarforscher. Es gibt dort zwei Klohäuschen, keine Waschgelegenheiten, man wälzt sich morgens stattdessen einmal kurz im Schnee. Das Zeltdorf, das auf driftendem Eis errichtet ist, steht jedes Jahr nur für ein paar Wochen, dann wird es wieder abgebaut, weil es sonst von Eisschollen zermalmt würde.
Von Barneo gelangt man per Hubschrauber (eine russische Mi 8) in 30 Minuten, per Hundeschlitten in etwa drei Tagen oder per Ski in etwa zehn Tagen zum Nordpol. Natürlich nicht auf eigene Faust, sondern unter Führung. Trotzdem muss man unterschreiben, keinerlei Schadensersatzansprüche zu erheben. Am Nordpol selbst wird Arktiktauchen und Paragliden angeboten, um die Zeit totzuschlagen. Denn zu sehen gibt es wenig: Man steht auf zwei Meter dicken, treibenden Eisschollen (das Meer darunter ist 4087 Meter tief), und hat zwischen 21. März und 23. September 24 Stunden Sonne. Das liegt daran, dass der Pol der Sonne im Sommer zugeneigt ist, sie wandert in 24 Stunden einmal um den Betrachter herum. Danach breitet sich sechs Monate lang finstere Nacht aus.
In der Reisezeit herrschen minus 15 bis minus 25 Grad Celsius und strahlende Sonne. Allerdings sind auch Schneestürme möglich. Dann geht für ein paar Tage gar nichts mehr und die Flugpläne geraten durcheinander. Die Folge: Im Hotel »Spitzbergen Guesthouse« in Longyearbyen auf Stavanger kommt es zu Gedränge.
Wer den Nordpol ganz zünftig erobern will, kann mit dem Eisbrecher »Kapitän Drnitsyn« von Moskau aus aufbrechen, Reisedauer 14 Tage, Kosten etwa 20000 bis 26000 Euro, je nach Kabine. Auf dieser Tour bekommt man ein Gefühl dafür, welch lebensgefährliches Abenteuer die Eroberung des Nordpols per Schiff war. Aber auch der Flug mit der Antonov 74 nach Barneo hat es in sich – »Bleiben Sie ruhig und cool« steht im Prospekt. Das gelingt vielen nicht, aber man nimmt ein wenig Angst und Übelkeit gern in Kauf, schließlich hat man eine Menge Geld dafür gezahlt.
Was erlebt man am Nordpol?
Der geografische Nordpol (es gibt auch einen magnetischen) ist ein gedachter Punkt, an dem die gedachte Erdachse die Erdoberfläche durchstößt. Er ist der Schnittpunkt aller Längengrade und hat die geografische Position N 90 ° 0,0 ' E 0 ° 0,0 '. Er ist nur mit Hilfe eines GPS-Geräts zu finden, da das Eis ständig in Bewegung ist.
Die Landschaft ist eine weite weiße Ebene mit gelegentlich verkanteten Eisplatten, es gibt keine Tiere. Alle Blicke gehen nach Süden, die ganze Welt dreht sich um den Betrachter. Eine Besonderheit, über die sich alle Touristen freuen: Man kann der Zeit ein Schnippchen schlagen. Überquert man mit ein paar Schritten alle Längengrade gegen die Drehrichtung der Erde, gelangt man in die Vergangenheit. Der 180. Längengrad ist als Datumsgrenze festgelegt, man kann also sonntags starten und samstags ankommen.
Poseidon Arctic Voyages;http://www.northpolevoyages.com;Vicaar International Projects and Expeditions;http://www.northpolextreme.com;Svalbard Nature;http://www.80-n.com;Polar Adventures;http://www.polaradventures.de
























