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Natur & Reise
Wie »böse« sind Aufsitzerpflanzen?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Leben in luftigen Höhen: Da im tropischen Regenwald oft nicht genügend Licht auf den Boden fällt, besiedeln dort Farne, Orchideen und Bromelien (Ananasgewächse) die Baumstämme beziehungsweise die Kronendächer der Bäume.
Sie halten sich mit ihren Wurzeln an den Wirtspflanzen jedoch nur fest – ohne ihnen Nährstoffe zu entziehen. Daher bezeichnet man sie nicht als Schmarotzer (so wie die Mistel), sondern als Aufsitzerpflanzen oder Epiphyten (griech. epi = darauf, phyton = Pflanze, Gewächs). In gemäßigten Breitengraden gelten unter anderem Flechten, Moose oder die Waldreben, die bis zu sechs Meter an Bäumen und Sträuchern emporklettern können, als Aufsitzerpflanzen.
Da in den Wipfeln Wasser und Nährstoffe knapp sind, entwickelten die Epiphyten unterschiedliche Strategien, um an diese Ressourcen zu kommen. Bromelien beispielsweise besitzen rosettenförmige Blätter. Die schließen so dicht ab, dass sich bei starkem Regen in den Blatttrichtern nicht nur herabfallende Pflanzenteile und tote Insekten sammeln, sondern auch das Wasser, das die Pflanze dann über ihre Saugschuppen „trinkt“.
Einige Bromelienarten können in ihren Blätterbassins bis zu 50 Liter aufnehmen. Orchideen hingegen besitzen besonders große Speicherknollen und beugen so einer Austrocknung vor. Unter der Last solch schwer wiegender „Baumbesetzer“ können durchaus Äste abbrechen. Doch nichtsdestotrotz: Aufsitzerpflanzen sind alles andere als „böse“ – sie suchen nur einen Platz an der Sonne.

























